400 Jahre alte Prophezeiung: Hat Nostradamus das Coronavirus vorhergesagt?

Manchem mag die aktuelle Coronakrise vorkommen wie ein unwirklicher Endzeit-Film. Oder eben wie die prophezeite Apokalypse. Viele suchen jedenfalls nach Erklärungen und finden sie ausgerechnet beim alten Nostradamus.

Der Prophet Nostradamus, hier zu sehen, wie er im Jahr 1555 versucht, seine Prophezeiungen auf Twitter-Länge anzupassen. (Bild: Getty)

Michel de Nostredame, der sich selbst Nostradamus nannte, weil Latein im sechzehnten Jahrhundert cooler klang, lebte als Apotheker und Arzt im französischen Salon-de-Provence. Und während die Nachbarn in ihrer Freizeit Lavendel pflanzten, schrieb Nostradamus Gedichte, in denen er die Zukunft vorhersagte. In diesen je 100 zusammengefassten vierzeiligen “Quatrains” prophezeite er so einige spektakuläre Ereignisse der Gegenwart.

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Glaubt man seinen Anhängern, so sagte er zum Beispiel den großen Brand von London im Jahr 1666 voraus und auch die Ermordung Kennedys (wer der Täter war, ließ er dabei leider unerwähnt.) Nun also fanden die von der Coronakrise gebeutelten Neuzeitmenschen eine Passage, die ausgerechnet die Pandemie genau vorherzusagen scheint. Auf Twitter macht das Hashtag #Nostradamus bereits die Runden.

Einen Großteil seiner Prophezeiungen veröffentlichte der Meister in seinem Band “Les Propheties”. In einem seiner Vierzeiler spricht er von einem furchtbaren Szenario, das mit “Hunger, Plage, Krieg und unbebaubarem Land” einherginge. Von einem “Zwillingsjahr” ist die Rede, damit könne doch, so die Theorie, das Jahr 2020 gemeint sein.

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Den meisten Experten sind das etwas zu vage Vorhersagen, um sie auf aktuelle Zeiten anzuwenden. Ein User kritisierte zurecht, dass die “Simpsons” schon deutlich mehr wahre Prophezeiungen gemacht hätten. Beispielsweise hätten sie in einer Folge Donald Trump als Präsidenten vorhergesagt.

Neuzeit-Prophetin Sylvia Brown

Eben soviel Aufmerksamkeit wie der alte Nostradamus bekommt eine modernere Unheils-Vorhersagerin. Die selbsternannte Prophetin Sylvia Brown schrieb in ihrem 2008 erschienenen Buch merkwürdig präzise über das Auftauchen des Coronavirus. Sie beschreibt ein globale Lungenkrankheit, die “um das Jahr 2020” auftauchen werde. Dann verschwände die Krankheit ebenso schnell wieder und breche zehn Jahre später erneut aus. Das Buch mit dem Titel "End of Days: Predictions and Prophecies About the End of the World" schaffte es so zwischenzeitlich sogar auf Platz 2 der Online-Sachbuchliste. Die Autorin selbst hat von dem verspäteten Ruhm allerdings nichts mehr, Brown verstarb bereits 2013.

Auch die Bibel hält ja durchaus ein paar Vorhersagen für das Ende aller Zeiten bereit, die jetzt in der Coronakrise wieder hervor gekramt werden. Die Johannesoffenbarungen sollte jetzt nur jemand lesen, der gerade gute Laune hat. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass die Vorhersagen für das angeblich fatale Jahr 2000 und der präzise Maya-Kalender schon an uns vorüber gezogen sind, ohne dass die apokalyptischen Prophezeiungen eingetroffen wären.

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