5 mögliche Gründe für Schmerzen in der Brust

Sarah Jacoby
Photographed by Alexandra Gavillet.

Die meisten Frauen kennen es. Wenn man sich morgens eigentlich nur schnell den BH anziehen oder etwas aus dem Schrank nehmen will, vielleicht auch einfach nur die liebste Kollegin zur Begrüßung umarmen möchte – und plötzlich, wie aus dem Nichts, bemerkt man einen Schmerz in der Brust.

Frauen machen sich natürlich nicht unbegründet schnell viele Sorgen, wenn es in der Brust wehtut. Dabei gibt es meistens keinen Anlass zu größeren Sorgen, sagt Dr. Raquel B. Dardik vom NYU Langone Medical Center. Brustschmerzen, das hat sich herausgestellt, kommen sehr viel häufiger vor und sind harmloser sind als man anfangs denken mag.

Die Gründe für Schmerzen in der Brust können vielseitig sein

„In den allermeisten Fällen ist es kein Krebs“, sagt Dr. Dardik ganz unverblümt. Deshalb sollten wir zunächst alle erst einmal tief einatmen.

Wenn du häufig Schmerzen in der Brust hast, sie plötzlich und stark auftreten oder du möglicherweise sogar einen Knoten spürst, solltest du umgehend deinen Arzt oder deine Ärztin konsultieren. Wenn du nur kurzzeitige Schmerzen hast, dann können auch körperliche Aktivität, Medizineinnahme oder der Menstruationszyklus der Auslöser dafür sein. Zum Beispiel, wenn deine Brüste spannen, drücken oder nur etwas pieksen. Vielleicht helfen dir die folgenden 5 Anzeichen schon dabei, etwas beruhigter zu sein:

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Deine Periode

„Zyklische Brustschmerzen kommen und gehen mit der Monatsblutung“ und werden häufig durch hormonellen Veränderungen während der Periode verursacht, erklärt Dr. Dardik. Dabei reagieren manche Frauen sensibler auf Hormonschwankungen als andere, was dazu führt, dass sie die Schmerzen konstanter empfinden.

Klassisch ist eine verstärkte Druckempfindlichkeit, die je nach Frau* schon sieben bis zehn Tage vor Einsetzen der Periode spürbar ist. Dieser Schmerz ist jedoch relativ klar definiert, da er nach der Monatsblutung wieder aufhört.

Auch während der Menopause und natürlich in der Schwangerschaft treten vermehrt Brustschmerzen und Spannungen im Busen auf.

Foto: Rockie Nolan.

Medikamente

Jedes Hormonpräparat – vor allem die Antibabypille – kann Brustschmerzen verursachen. Das ist, so Dr. Dardik, eine natürliche Reaktion des Körpers auf Hormonveränderungen abseits der biologischen Norm. Auch, wenn der Mechanismus dahinter noch nicht genau erforscht ist, konnte über viele Jahre hinweg festgestellt werden, dass Brustschmerzen oft mit der Einnahme von hormonhaltigen Medikamenten zusammenhängen. Diese Präparate können beispielsweise auch in Mitteln enthalten sein, die Frauen gegen Bluthochdruck, Haarausfall oder Akne einnehmen.

Auch bei der Einnahme von Antidepressiva sind Brustschmerzen eine der häufigsten Nebenwirkungen.

Foto: Jessica Nash.

BHs

Ein gut sitzender BH ist die halbe Miete, denn laut Dr. Dardik kann eine suboptimale Passform sehr schnell zu punktuellen Schmerzen führen. Etwa, wenn der Bügel zu stark gegen das Brustgewebe drückt.

Schmerzen in der Brust, die durch den BH verursacht werden, kommen „oft bei Frauen mit mehr Oberweite und bei denjenigen vor, die bewegungsintensiven Sport treiben, wie etwa Laufen“, so Dr. Dardik. Es ist also enorm wichtig, seinen Brüsten den richtigen Halt zu bieten, ob beim Sport, am Strand oder im Alltag.

Foto: Lauren Perlstein.

Infektionen

Stillende Mütter haben häufig Infektionen in der Brust. Sie können im Brustgewebe entstehen oder durch einen Milchstau, der wiederum eine Ansammlung von Bakterien verursacht.

Aber auch Frauen, die nicht stillen, können Brustinfektionen bekommen, auch wenn das in der Regel seltener passiert. Oftmals ist eine solche Infektion das Resultat von äußeren Wunden, etwa einer Verletzung der Brustwarze durch ein Piercing.

Ein Symptom für eine Infektion kann vor allem der Schmerz sein, der sich wirklich nur auf eine Stelle konzentriert, so Dr. Dardik. Vor allem im Bereich der Brustwarze sind untypische Rötungen und erhärtetes Gewebe ein klassisches Anzeichen. Zudem können grippeähnliche Symptome wie Übelkeit und Fieber auftreten.

Wer eine Infektion bei sich vermutet, sollte umgehend zum Arzt gehen. Denn bei einer fehlenden Behandlung kann ein schmerzvoller Abszess entstehen, der noch schwieriger zu behandeln ist als eine Infektion. In der Regel kann diese nämlich mit Antibiotika und Hausmitteln, wie etwa heißen oder kalten Kompressen, behandelt werden.

Foto: Alexandra Gavillet.

Training

Neben dem fehlenden oder falschen Sport-BH kann es tatsächlich auch die Art des Sports sein, die zu Schmerzen in der Brust führt. Es gibt zwei Muskeltypen, die in der Brust für unterschiedliche Schmerzen sorgen können. Es gibt den großen Brustmuskel, der unterhalb der Brust liegt und bei dem es beispielsweise durch Bankdrücken auch zum Muskelkater kommen kann. Wenn er schmerzt, wisst ihr, was zu tun ist: pausieren, kühlen und gegebenenfalls Schmerzmittel nehmen.

Der zweite Brustmuskel ist der kleine, der direkt zwischen den Rippen liegt. Er befindet sich unter dem Fettgewebe des Busen und kann gereizt oder sogar entzündet sein. Behandeln kann man diesen Schmerz mit Schmerzmitteln. Zu Vorbeugen kannst du aber auch regelmäßige Dehnübungen machen.

Foto: Lauren Perlstein.

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