Absurd! Die Kreditkarte von Apple darf nicht in den Geldbeutel

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Die neue Apple Card ist praktisch, handlich und vor allem todschick - einziger Haken: Man darf sie weder im Geldbeutel aufbewahren, noch in die Nähe anderer Karten, des Handys oder Schlüsselbundes kommen lassen ...

Mit seinem neuesten Produkt sorgt Apple für viel Belustigung (Bild: AP)

Eine Kreditkarte, die möglich macht, was keine andere Kreditkarte vermag. So lautet das Versprechen der neuen Apple Card, der markeneigenen Kreditkarte des Tech-Giganten Apple.

Seit Anfang August ist die Apple-Kreditkarte im Handel erhältlich. Sie ist aus Titan und überzeugt vor allem durch ihr minimalistisches Design: Die weiß-silbrige, rechteckige Karte ist nur mit dem eingravierten Namen des Karteninhabers und dem Apple-Logo versehen – ein cooler Look, der eines James Bond würdig wäre.

Um den schönen Schein zu wahren, muss jedoch einiges beachtet werden, denn wie das amerikanische Tech-Unternehmen seine Kunden nun hinweist, bedarf das schicke Teil einer sehr sorgfältigen Pflege. Kurz gesagt: Es darf nicht in Berührung mit anderen Gegenständen kommen.

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Die Oberfläche der Kreditkarte scheint äußerst sensibel zu sein. Damit sie nicht abfärbt, warnt Apple unter anderem davor, die Karte in ledernen Geldbeuteln oder Hosentaschen aufzubewahren. Um Kratzer zu vermeiden, solle man sie außerdem von harten Oberflächen und Materialen fernhalten. Ebenso wenig sollte die Karte in Kontakt mit anderen groben Gegenständen wie Karten, Münzen oder dem Hausschlüssel kommen.

Apple Kreditkarte: Pflegeanweisung erntet Spott

Klar, dass Apple für diese Pflegeanweisung reichlich Spott im Netz erntet. Auf Twitter schlagen User bereits allerlei zusätzliche Maßnahmen vor. “Schauen Sie Ihre Apple Card niemals direkt an. Vermeiden Sie hektische Bewegungen”, schreibt ein User.

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Ein anderer findet, die Karte sollte am besten “in einem gläsernen Kasten” aufbewahrt werden, der “nur spärlich beleuchtet” wird, “das ganze Jahr über dieselbe Temperatur hat” und in dem sich keine Feuchtigkeit bilden kann. “Und natürlich sollte sie niemals mit Blitz fotografiert werden.”

Eine Kreditkarte, die möglich macht, was keine andere vermag. Aber nicht mal in einen Geldbeutel gesteckt werden kann, ohne kaputt zu gehen.

Tatsächlich drängt sich angesichts der sehr mühsamen Pflegeanweisung die Frage auf: Warum in Gottes Namen sollte sich jemand einen derart sensiblen Gegenstand anschaffen? Zumal die Apple-Kreditkarte nur ein Zusatz zur Bezahlfunktion des iPhones, Apple Pay, sein soll.

Eine schillernde, cool-aussehende Kreditkarte zu besitzen, mag ja schön und gut sein, aber einstecken sollte man sie schon können. Wenn Apple-Kunden jetzt anfangen müssen, sich Schutzhüllen für ihre Kreditkarte zu häkeln, ist es mit der Coolness schließlich auch wieder dahin.

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