ADHS: Neue Behandlung macht Hoffnung

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Können Kinder und Erwachsene, die an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung leiden künftig ohne Medikamente behandelt werden? Neue Forschungen scheinen darauf hinzudeuten.

Rund sieben Prozent aller Kinder leiden an ADHS, einer Störung bei der Entwicklung des Nervensystems, die sich vor allem durch Konzentrationsschwierigkeiten, leichtes Abgelenktsein, Impulsivität und Hyperaktivität auszeichnet. Rund zwei Drittel nehmen diese Symptome auch ins Erwachsenenleben mit.

ADHS wird oft medikamentös behandelt, doch Wissenschaftler an der Genfer Uni und den angeschlossenen Uni-Kliniken setzen Hoffnung in eine neue Technik namens 'Neurofeedback'. Diese Methode soll es ADHS-Patienten ermöglichen, ihre Aufmerksamkeit zu trainieren. Das geschieht durch umgehendes Feedback von ihrer Hirntätigkeit und scheint sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit auszuwirken.

Neurofeedback erfolgt mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG), das mit 64 Sensoren die elektrischen Hirnimpulse misst, während die Patienten ein Videospiel spielen, welches sie durch ihre Aufmerksamkeit steuern: Sie müssen ein Space Shuttle bewegen, welches nur dann fliegen kann, wenn die Patienten ihm ihre volle Aufmerksamkeit schenken.

Tomas Ros von UNIGE erklärt, worum es dabei geht: "Neurofeedback hat zum Ziel, Patienten den Moment ins Bewusstsein zu rufen, an dem sie nicht mehr aufmerksam sind. Mit entsprechender Praxis 'lernt' das Gehirn dann, Phasen der Unaufmerksamkeit durch Neuroplastizität zu reduzieren."

Um die Effektivität auszuleuchten, wurde ein Test mit 25 erwachsenen ADHS-Patienten und 22 neurotypischen Teilnehmern durchgeführt.

Zunächst machten die ADHS-Patienten mehr Fehler, doch nach 30 Minuten Neurofeedback-Training verbesserten sich ihre Ergebnisse.

Medikamente für ADHS arbeiten häufig mit einer Konzentration von Dopamin im Gehirn. Das hat zwar den gewünschten Effekt, dass die Patienten sich besser konzentrieren können, kommt aber auch mit vielen unerwünschten Nebeneffekten daher. Daher sind die Forscher besonders hoffnungsvoll, mit ihrer Methode neue Behandlungsansätze entwickeln zu können.

Roland Hasler, Forscher in der HUG Division of Psychiatric Specialties betont, warum es wichtig ist, nach Alternativen zu suchen: "Pharmazeutische Behandlungen können oft schwere Nebenwirkungen hervorrufen, darunter Nervosität, Schlaflosigkeit oder auch die Gefahr anderer psychiatrischer Störungen sowie kardiovaskulärer Krankheiten. Daher wollten wir eine komplett nicht-pharmakologische und nicht-invasive Behandlung auf der Basis von Neurofeedback ausleuchten."

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