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AKTIEN IM FOKUS 2: Telekom-Werte gefragt - Frequenzverlängerung positiv

(neu: Schlusskurse, UBS-Stimme)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die am Vortag signalisierte Verlängerung von Mobilfunkfrequenzen hat am Donnerstag bei deutschen Telekom-Werten dank eines Analystenkommentars positiv nachgehallt. Auf den Plan der Bundesnetzagentur, die nächste Frequenzauktion aufzuschieben, hatten die Aktien schon am Vortag kurz positiv reagiert. Der Schwung ließ dann aber wieder nach. Am Donnerstag ging es wegen optimistischer Aussagen der Citigroup aber wieder nach oben.

Die Citigroup-Analysten Georgios Ierodiaconou und Martin Hammerschmidt sahen es als positive Entscheidung an, dass die Nutzungszeit um fünf Jahre verlängert werden soll, bevor dann erst die nächste Auktion stattfindet. Vor allem sei dies positiv für die kleineren Netzbetreiber wie etwa Telefonica Deutschland DE000A1J5RX9 oder die United-Internet-Tochter DE0005089031 1&1 DE0005545503, die derzeit ein eigenes Netz aufbaut.

Diese drei Aktien wurden deshalb von den Experten frisch zum Kauf empfohlen - und die Kurse profitierten am Donnerstag davon: Telefonica Deutschland legten um 1,9 Prozent zu, besonders stark ging es aber für United Internet und 1&1 um bis zu 6,5 Prozent bergauf. Die Sektorwerte profitierten auch davon, dass der Gesamtmarkt nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank anzog.

"Eine Verlängerung eliminiert das Risiko einer teuren Frequenzauktion und erhöht die Aussicht auf ein positives Ergebnis nach der Versteigerung im Jahr 2030", schrieben die Experten. Bei dem O2-Netzbetreiber Telefonica Deutschland sollte das starke Privatkundengeschäft wieder in den Fokus rücken. Mit der verlorenen 1&1-Kooperation sowie einer wohl ausbleibenden, kostspieligen Versteigerung der Netzfrequenzen seien zwei wesentliche Unsicherheitsfaktoren vom Tisch.

1&1 nutzt während seines Netzaufbaus künftig auch 5G-Kapazitäten von Vodafone GB00BH4HKS39, um die Netzabdeckung zu sichern. Hier und bei dem Mutterkonzern United Internet sehen die Experten nun eine Chance für Anleger. Die Bedenken hinsichtlich des Netzaufbaus seien hauptsächlich mittelfristiger Natur. Die Vodafone-Kooperation verändere in ihren Augen die Wahrnehmung der Aktie.

Auch von der UBS gab es ein klar positives Fazit wegen potenziell hoher Kosten, die mit der Auktion verbunden wären. Analyst Polo Tang geht davon aus, dass 1&1 seine Pläne für den Aufbau eines eigenen Netzwerks abspecken werde und äußerte daher seinen Glauben, dass dies der Aktie der United-Internet-Mobilfunktochter deutlich Auftrieb gibt. Er glaubt, dass der Free Cashflow von 1&1 daher mittelfristig wieder in den positiven Bereich abdriften könnte.

Der Plan, die Frequenznutzungen zu verlängern, ging am Vortag aus einer Mitteilung der Bundesnetzagentur hervor. Diese will damit eine Verbesserung der ländlichen Mobilfunkversorgung erreichen. Laut dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, soll die Entscheidung dazu dienen, "um kurzfristig ausreichend Planungs- und Investitionssicherheit herzustellen". Hierzu erwägt die Agentur, die Verlängerung mit einer spezifischen Versorgungsauflage für den ländlichen Raum zu versehen.

Statt 2025 sollen die Frequenzen dann also fünf Jahre später neu vergeben werden, nach Angaben der Bundesnetzagentur gemeinsam mit weiteren Frequenzen, die erst 2033 auslaufen. Auch dies sei erfreulich für die Netzbetreiber, hieß es von den Citigroup-Experten. Diese könnten dann 2030 die Frequenzen bündeln und damit deutliche Kosten einsparen.

Die Deutsche Telekom DE0005557508 als Marktführer sehen die Citigroup-Experten nur unterschwellig als Profiteur, hier reagierten die Aktien mit einem Anstieg um 1,2 Prozent nun aber auch positiv. Die Papiere von Vodafone, einem weiteren deutschen Netzbetreiber, verteuerten sich in London um 1,4 Prozent.