AKTIEN IM FOKUS: Fresenius nach Zahlen mit Kurssprung - US-Geschäft belastet FMC

FRANKFURT (dpa-AFX) -Dank eines optimistischeren Ergebnisziels für 2023 hat die Fresenius-Aktie DE0005785604 am Donnerstag ihre Vortageserholung dynamisch fortsetzt. Dagegen schwächelte die Aktie der Dialysetochter FMC DE0005785802 weiter, was Experten zufolge nicht zuletzt der Wachstumsschwäche im wichtigen US-Markt geschuldet ist.

Um die Mittagszeit kletterte das Fresenius-Papier als einer der Spitzenwerte im festen Dax DE0008469008 um 5,0 Prozent auf 25,52 Euro nach oben. Damit näherte es sich wieder der 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert und derzeit bei 25,55 Euro verläuft. Zur Wochenmitte hatte die Aktie erfolgreich die Chartunterstützung um 24 Euro verteidigen können.

FMC dagegen gaben im MDax DE0008467416 zuletzt leicht um 0,1 Prozent nach auf 31,50 Euro nach und blieben damit gefangen in ihrer zwischen 31 und unter 32 Euro eng begrenzten Handelsspanne. Seit ihrem Jahreshoch im Juli bei 49,62 Euro haben sie damit nun bereits mehr als ein Drittel eingebüßt. Das Minus der Fresenius-Aktie seit ihrem Jahreshoch im September beträgt derzeit rund 18 Prozent.

"Nach Jahren sinkender Ergebnisziele und infolgedessen gekappter Markterwartungen hat das Management das Ruder herumgerissen und steigert die Ergebnisse zumindest auf währungsbereinigter Basis wieder", kommentierte Graham Doyle, Analyst bei der Schweizer Bank UBS mit Blick auf Fresenius. Seine Überzeugung mit Blick auf die Anlagestory sieht er klar untermauert.

Dagegen bleibt er für FMC vorsichtig. Zwar habe auch die Tochter positiv überrascht, und zwar mit einem besseren bereinigten operativen Ergebnis (Ebit), doch die Konsensschätzung spiegele das nun angehobene Jahresziel bereits wider, schrieb Doyle. Die fortgesetzte Wachstumsschwäche in den USA indes könnte so manchen Anleger weiter verschrecken.

Ähnlich kritisch äußerte sich JPMorgan-Experte David Adlington: "Das leicht bessere Quartalsergebnis und das deshalb angehobene Jahresziel waren erwartet worden, weshalb sich der Konsens bereits auf dem neuen Niveau befindet." Zugleich gebe es noch "einige Überhänge". Pessimisten dürften sich ihm zufolge etwa auf die Wachstumsverlangsamung des operativen Ergebnisses im vierten Quartal fokussieren. Auch das weiterhin begrenzte Volumenwachstum aus eigener Unternehmenskraft heraus dürfte unter Anlegern für Zurückhaltung sorgen.