Aktien New York: Erholung vor der Fed auch dank Microsoft-Zahlen

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NEW YORK (dpa-AFX) - Unmittelbar vor den Aussagen der US-Notenbank (Fed) zur weiteren Geldpolitik sind die US-Börsen am Mittwoch auf dem Erholungspfad. Erfreuliche Zahlen von Microsoft <US5949181045> <US5949181045> und dem Chipkonzern Texas Instruments <US8825081040> stimmten die Anleger vor allem im zuletzt gebeutelten Technologiesektor wieder mutiger.

Kurz vor dem Fed-Entscheid lag der Dow Jones Industrial <US2605661048> mit 0,85 Prozent im Plus bei 34 590,11 Punkten. Noch ausgeprägter ging es für den Nasdaq 100 <US6311011026> um 2,47 Prozent auf 14 498,23 Zähler nach oben, nachdem der technologielastige Auswahlindex in diesem Jahr bislang unter die Räder gekommen war. Der breit gefächerte S&P 500 <US78378X1072> gewann 1,50 Prozent auf 4421,58 Punkte.

Die Achterbahnfahrt mit teilweise noch aufgeholten Verlusten an den beiden Vortagen zeigt aber, dass es in diesen Tagen nicht ungewöhnlich ist, wenn sich das Bild im Verlauf noch ins Gegenteil dreht. So hatte der Dow Jones Industrial im frühen Mittwochshandel mit etwa 1,5 Prozent in der Spitze auch schon deutlich mehr gewonnen als zuletzt. Über den weiteren Werdegang der US-Börsen dürfte nun in Kürze die Fed entscheiden.

Die jüngsten Schwankungen sind Ausdruck der hohen Nervosität der Anleger aus Angst vor schnelleren geldpolitischen Straffungen. Dass die Fed die Weichen stellen wird für höhere Leitzinsen, gilt mittlerweile als ausgemacht - und so hieß es am Markt, durch die jüngsten Verluste sei schon einiges eingepreist, was die Kurs der Geldpolitik betrifft. Neben einer für März erwarteten Zinserhöhung dürften Aussagen zum Tempo der weiteren geldpolitischen Straffungen stehen.

Außerdem muss die Fed bald klären, wie sie ihre durch Wertpapierkäufe aufgeblähte Bilanz verkleinern will. "Diese Maßnahme dürfte ein großes Thema werden, denn sie entzieht dem Markt - wenn auch sicherlich nur in homöopathischen Mengen - einen Teil der bislang scheinbar unendlich zur Verfügung gestellten Liquidität", sagte der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.

Die Microsoft-Aktien dominierten den Dow mit einem Kursanstieg um 4,8 Prozent. Analysten lobten das Zahlenwerk des Software-Riesen, der nach Tagen des Kursrutsches im Technologiesektor wieder eine positivere Duftmarke für diese Branche setzte. Analyst Kirk Materne vom Analysehaus Evercore ISI hob eine optimistische Konzernprognose für die Cloud-Plattform Azure im laufenden Geschäftsquartal hervor.

Gleichermaßen galt dies für den Nasdaq-Vertreter Texas Instruments, dessen Aktien um 4,1 Prozent anzogen. Der Chipkonzern hatte ebenfalls starke Quartalszahlen präsentiert und die Expertenschar mit einem optimistischen Blick nach vorn überrascht. In den Fokus rückt nun als nächstes Tesla <US88160R1014> mit den am Mittwoch nachbörslich anstehenden Resultaten. Im Vorfeld der Zahlen erholte sich der Kurs des Elektroautobauers um vier Prozent.

Boeing <US0970231058> reihte sich nicht in diese positive Reihe ein, die Papiere des Flugzeugbauers drehten nach mäßigem Start mit 3,1 Prozent ins Minus ab. Die Corona-Krise und Probleme beim Langstreckenjet 787 "Dreamliner" brockten dem Flugzeugbauer für das Jahr 2021 einen weiteren Milliardenverlust ein. Dem steigenden Gesamtmarkt konnten sie damit nicht folgen.

Ähnliches galt auch für den Telekom-Riesen AT&T <US00206R1023> und dessen Quartalszahlen. Ein deutlich stärkeres Interesse an seinen Streaming-Diensten half dem Telekomkonzern zwar beim Erreichen seiner Jahresziele, der Kurs sackte aber mit 7,4 Prozent ins Minus ab. Im vierten Quartal hätten sich die erhöhten Werbeausgaben in einem hohen Kundenzuwachs bei enttäuschender Profitabilität bemerkbar gemacht, hieß es auf Analystenseite.

Positiv von sich reden machte derweil der Spielzeughersteller Mattel <US5770811025> mit einem Kurssprung um acht Prozent. Er hat sich eine begehrte Lizenz zur Produktion von Disney-Spielzeug wieder ergattert, dazu gehören Figuren basierend auf den "Frozen"-Filmen. Die Rechte wurden 2016 an den Rivalen Hasbro <US4180561072> verloren, der nun wieder in die Röhre guckt. Dessen Papiere gerieten mit 3,7 Prozent unter Druck.

Freud und Leid gab es auch bei einigen anderen Nebenwerten: Die Papiere des Hygieneartikelherstellers Kimberly-Clark <US4943681035> etwa büßten vier Prozent nach einem enttäuschenden Ausblicks auf das Jahr 2022 ein. Jene des Displayglas-Spezialisten Corning <US2193501051> hingegen schossen nach starken Quartalszahlen und einem guten Ausblick um 13,5 Prozent hoch.

Zum Spitzenreiter im Nasdaq 100 avancierte derweil Moderna <US60770K1079> mit einer Erholung um 6,7 Prozent, allerdings ausgehend vom jüngsten Tief seit April 2021. Die Deutsche Bank hatte am Mittwoch nach dem Kursrutsch ihre bisherige Verkaufsempfehlung aufgegeben.

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