Aldi wird in Großbritannien für diesen Werbespot gefeiert

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Es ist das Ziel eines jeden Werbe-Schaffenden: einen Spot zu kreieren, der gesellschaftlich relevant ist und breit diskutiert wird. Aldi Großbritannien ist das mit wenig Aufwand gelungen: Dem Discounter reichte dafür, in einem TV-Spot eine stillende Mutter zu zeigen.

Aldi hat in Großbritannien eine Diskussion rund ums Stillen angefacht. (Symbolbild: Getty Images)

In dem Werbespot unterhält sich ein auf einer Bank sitzendes junges Paar über Baby-Produkte. Während es spricht, gibt die Mutter ihrem neugeborenen Sohn die Brust. Da das Stillen überhaupt nicht in den Mittelpunkt gestellt, sondern als ganz natürliche Aktion dargestellt wird, wurde es im Netz von vielen Menschen sehr positiv angenommen.

Anzahl der stillenden Mütter sinkt

“Fantastisch”, ist mehrfach auf Twitter zu lesen. “Gut gemacht, dass ihr das Stillen in so normaler, natürlicher Form integriert habt”, schrieb ein Nutzer. Eine Person brachte das, was sich viele in England dachten, auf den Punkt: “Super, dass ihr eine stillende Mutter im Spot zeigt. Und noch besser, dass ihr keine große Sache daraus macht, weil es so natürlich ist.” Aldi teilte der Tageszeitung “The Independent” mit, dass es sich bei der jungen Familie um reale Kunden des Discounters handelt.

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Mit dem Spot hat der Discounter das Thema Stillen wieder auf die britische Agenda gesetzt. Die Anzahl der Mütter, die ihren Babys die Brust geben, ist nach britischen Gesundheitsstudien seit Jahren sinkend, da sich viele Frauen beim Stillen in der Öffentlichkeit unwohl fühlten und das Thema in vielen Ecken auf der Welt immer noch tabu ist. Diese Twitter-Userin freut sich, dass Aldi mithelfe, das “normalste auf der Welt” zu normalisieren:

WHO rät, die ersten sechs Monate lang zu stillen

Laut “Public Health England” stillten in den Jahren 2017 und 2018 nur noch 43 Prozent aller Mütter ihre sechs Wochen alten Neugeborenen. Dabei rät die Weltgesundheitsorganisation WHO Müttern dazu, mindestens die ersten sechs Monate lang zu stillen.

Aldi hat nun womöglich einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass sich Frauen nicht unwohl fühlen müssen, wenn sie ihren Kindern in der Öffentlichkeit die Brust geben.