Allein im Advent? Hier finden einsame Menschen Hilfe

Antonia Wallner
Freie Autorin

Einsamkeit ist weiter verbreitet, als viele denken. An Weihnachten wird sie den Betroffenen oft besonders schmerzlich bewusst. Es sind vor allem ältere Menschen, die nach dem Verlust von Ehepartnern und Freunden vereinsamen und unglücklich sind. Doch es gibt Initiativen und Aktionen, die gegen das Alleinsein vorgehen wollen.

Vor allem an Weihnachten ist Einsamkeit besonders schmerzhaft. (Bild: Getty Images)

Advent und Weihnachten stehen für gemeinsame Festtage und Beisammensein mit der Familie. Die Feiertage sind daher für viele die schönste Zeit im Jahr. Für andere ist es dagegen eine schmerzvolle Zeit, in der ihnen mehr als sonst bewusst wird, dass sie alleine sind.

Einsamkeit ist ein Phänomen, dass zwar besonders ältere Menschen ab 60 Jahren trifft, doch auch andere Altersgruppen leiden zunehmend unter dem Alleinsein. Laut einem Papier der Bundesregierung ist die sogenannte Einsamkeitsquote bei den 45 - 84-Jährigen in den letzten sechs Jahren um 15 Prozent gestiegen. Das berichten die “Rheinische Post“ und die “Welt“.

Aktionen gegen Einsamkeit

Auch in anderen Ländern ist Einsamkeit im Alter weit verbreitet. In Großbritannien beispielsweise geht die Wohltätigkeitsorganisation “Age UK” davon aus, dass zwischen 200.000 und 530.000 Engländer über 60 an Weihnachten alleine sind. “Age UK“ startete zu Beginn der Vorweihnachtszeit eine Social-Media-Kampagne, um auf das Phänomen Alterseinsamkeit aufmerksam zu machen und diesen Menschen zu helfen.

Ähnliches will auch die Aktion #Keinerbleibtallein bewirken, die seit 2016 Betroffene in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz aus allen Altersklassen und sozialen Schichten für die Festtage zusammenbringt. Die Macher von #Keinerbleibtallein vermitteln zwischen Menschen, die Gesellschaft suchen und jenen, die als Gastgeber Gesellschaft anbieten wollen.

Für die Generation 60 plus, die für Einsamkeit am meisten gefährdet ist, gibt es auch den Verein “Silbernetz“ in Berlin.

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Feste und freiwillige Mitarbeiter bieten über “Silbernetz” eine kostenlose Telefonhotline an, damit betroffene Berliner aus ihrer Isolation finden und wieder mit jemandem reden können. Da der Service großen Anklang in der Hauptstadt findet, soll es künftig eine bundesweite Hotline geben.

Ein Förderprogramm der Bundesregierung gegen Alterseinsamkeit sind die sogenannten Mehrgenerationenhäuser. Hier sollen sich Jung und Alt begegnen, voneinander lernen und einfach gemeinsam Zeit verbringen. Bis 2020 will der Bund rund 540 solcher Mehrgenerationenhäuser im ganzen Land fördern und unterstützen.

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