Alles Schwindel: Die Wahrheit über Detox-Kuren

Der Sommer ist rum und für viele von uns auch der Urlaub. Nach Wochen voller Genuss, dem ein oder anderen Drink und wenig Schlaf hat Brot nun plötzlich doch wieder Kalorien und wird aus der Küche verbannt. Und nicht nur das. Nachdem wir das Thema schon nach Weihnachten hatten, scheint auch jetzt erneut die perfekte Lösung und vor allem ein schneller Weg zurück in den gesunden Alltag eine Reinigungskur zu sein.

Aber eine registrierte Ernährungsspezialistin, Tori Martinet, hat einige ungemütliche Neuigkeiten für alle, die schon die teuren Saftflaschen für die Woche im Kühlschrank stehen haben: "Es gibt keinen Beweis dafür, dass eine Reihe von Säften, Tees oder sonstige der sogenannten 'Detox'-Produkte irgendjemandem helfen, außer denjenigen, die sie verkaufen", schreibt sie auf Tonic.

Während Gesundheits-Gurus und Promis weiter damit machen, die wunderbar entgiftenden Effekte von Kale-Kohle-Apfelessig-Mischungen und "Skinny Teas" zu preisen, scheint es ganz so zu sein, als könnte unser Körper dies ziemlich gut von selbst regeln. Alles, was es bedarf, ist eine gesunde Lebensweise. Es ist vielleicht nicht so sexy oder ansprechend und klingt nicht so cool, aber sein Gemüse zu essen wirkt Wunder!

Aber woher kommt dann dieser ganze Hype um Detox-Kuren? Martinet sagt, dass solche Kuren nichts mit den eigentlichen Toxinen zu tun hat, die nur ein Teil der Lösung sind und vom Menschen auf natürliche Weise produziert werden. Stattdessen wollen wir schnell unser Völlegefühl, die Müdigkeit und den Frust über unser Gewicht loswerden. Vor allem nach Feiertagen oder Urlauben mit Schlemmerei und zu viel Alkohol entsteht ein solches Gefühl, da unsere gesunde Routine aus Training, Ernährung und genug Schlaf unterbrochen wurde. Der Körper hat bereits die notwendigen Toxine zur Reinigung bereit gestellt, aber diese wirken nun mal nicht über Nacht.

Martinet empfiehlt, die natürlichen Entgiftungsvorgänge des Körpers zu unterstützen, also Acht auf seine Leber zu geben, da dieses Organ fast alle Stoffe, die in unseren Köper gelangen, filtert. Entgegen dem allgemeinen Glauben ist es so gar nicht hilfreich für das eigene Filtersystem des Körpers, drei Tage lang nichts anderes als Wasser mit Ahornsirup, Zitronensaft und Cayennepfeffer zu trinken.  

Pures Wasser ist allerdings ein guter Anfang! Man sollte täglich so viel trinken, dass der Urin eine klare Farbe hat. Das Wasser spült über Urin, Schweiß und Exkremente viele der Giftstoffe aus dem Körper. Die meisten Säfte dahingegen haben jede Menge Zucker, sodass die Nieren nur noch mehr arbeiten müssen, als eh schon. 

Außerdem sollte es zurück ins Fitnessstudio gehen. Damit einher geht die richtige Ernährung, vor und nach dem Training. Anstatt in teuere Detox-Säfte kann dann auch das Geld in die Mitgliedschaft im Studio investiert werden – die deutlich nachhaltigere Entscheidung!

Martinet nennt einen weiteren wichtigen Punkt: Die Enzyme, die unsere Leber nutzt, um seine natürlichen Entgiftungsstoffe weiterzuleiten, nehmen wir durch verschiedene Nahrungsmittel auf – insbesondere durch Früchte, Gemüse und Proteine. Saftkuren helfen hierbei nicht, vor allem nicht, da der Körper die Ballaststoffe aus diesen Erzeugnissen benötigt. Diese sorgen, kombiniert mit Wasser, für eine aktive Verdauungsaktivität (also genau das, was für eine Entschlackung des Körpers sorgt).

Also, fallen wir nicht auf die angeblichen "schnellen Lösungen" herein, die uns nur schwach und zittrig zurücklassen und die natürlichen Prozesse des Körpers eher behindern als fördern. Die beste Lösung ist immer noch eine langfristige Ernährungsumstellung (die vermutlich sowieso besser schmeckt).