Alltagsfrage: Kommt der Hamburger wirklich aus Hamburg?

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Der Hamburger ist als Fast-Food-Gericht weltberühmt, doch woher kommt der deftige Snack eigentlich? (Bild: Getty Images)

Wer Fast Food liebt, kommt am Hamburger nicht vorbei. Mittlerweile gibt es das Brötchen mit gegrilltem Hackfleisch in vielen verschiedenen Varianten – sogar vegetarisch, vegan oder als Insekten-Burger. Doch wie kommt es, dass das vermeintliche US-Gericht den Namen einer deutschen Stadt trägt? Kommt der Hamburger tatsächlich aus Hamburg?

Den allerersten Hamburger – so die Legende – servierte angeblich 1895 der deutsche Einwanderer Louis Lassen in der US-Stadt New Haven. Das Gericht  bestand aus Rinderhackfleisch, bedeckt von zwei Toastbrotscheiben, ohne Senf und Ketchup. Die Imbissbude “Louis’ Lunch” steht nach wie vor im Zentrum von New Haven. Doch das Fast-Food-Gericht kommt höchstwahrscheinlich nicht aus den USA.

Hamburger-Ursprung: In Hamburg sagte man “Rundstück warm”

US-Schnellrestaurants sorgten zwar für eine rasche Verbreitung des deftigen Snacks, doch der Ausdruck “Hamburger” für eine Frikadelle im Brötchen hat seinen Ursprung in Deutschland, genauer gesagt in der Hafenstadt Hamburg. So zumindest lautet die gängigste Theorie zur Wortherkunft, die vor allem auch auf der Erwähnung in einem amerikanischen Etymologie-Wörterbuch fußt.

Aus Hamburg emigrierten zahlreiche Europäer in die USA – den Hamburger nahmen sie mit. (Bild: Getty Images)

Nahezu alle Auswandererschiffe des 16. und 17. Jahrhunderts Richtung USA stachen von Hamburg aus in See. Die Emigranten, die aus allen Teilen Europas kamen, bekamen dabei die kulinarischen Genüsse der Hamburger Hausmannskost zu spüren. Dazu zählte auch das “Rundstück warm” – eine in ein Brötchen gelegte Scheibe Schweinebraten mit etwas Soße.

Angelandet in den USA, wurde aus der neu entdeckten und offensichtlich sehr lieb gewonnenen Speise in den 1870er-Jahren das “Hamburger Beefsteak”, und zwar als Bezeichnung für in eine flache Form gepresstes Hackfleisch. Im Jahr 1891 erschien der Begriff “Hamburger Steak” dann erstmals in einem US–Kochbuch, später wurde aus dem Steak zwischen Brotscheiben oder Brötchenhälften erst das “Hamburger Sandwich”, in den folgenden Jahren verwendete man ausschließlich die abgekürzten Varianten Hamburger oder Burger. Bei der Weltausstellung 1904 in St. Louis wurden die Hackfleischbrötchen bereits offiziell, jedoch noch ohne “er”-Endung, als “Hamburg” verkauft. Mit dem Export der Speise in die ganze Welt gelangte der ursprünglich hanseatische Snack aus Rindfleisch und Brot wieder nach Deutschland zurück.

Andere Theorien zur Wortherkunft

Eine weitere Theorie besagt, dass 1885 auf einem Jahrmarkt in der Nähe der amerikanischen Stadt Hamburg bei Buffalo im US-Bundesstaat New York an einem Imbissstand eine ähnliche Kreation angeboten wurde. Diese wurde von den Betreibern entsprechend dem Geburtsort als Hamburger bezeichnet. Im Staat New York wird daher die “Erfindung” offiziell mit dem Slogan “New York’s Gift to World Cuisine, The Hamburger” (zu Deutsch: New Yorks Geschenk an die weltweite Küche) verbreitet. Diese Theorie wird aber vielfach angezweifelt.
Laut einer dritten Theorie soll der Ursprung in dem importierten Rindfleisch liegen, das – vornehmlich über den Hamburger Hafen und mit Stangeneis gekühlt – lange ein absolutes Luxusgut war. Das Slangwort “Hamburg” für Rindfleisch gehobener Qualität gilt, laut dieser Theorie, als Wortherkunft für das Fast-Food-Gericht. Sicher dagegen ist, dass die Wortsilbe “Ham” in Hamburger nichts mit dem englischen Wort “Ham” für Hinterschinken zu tun hat.

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