Alltagsfrage: Krabbeln eingesaugte Spinnen eigentlich wieder aus dem Rohr?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Für Menschen, die an Arachnophobie leiden, gibt es einen verlockenden Weg, um Spinnen aus einigermaßen sicherer Entfernung loszuwerden: Staubsauger an, Spinne rein, Angst aus. Allerdings ist diese Form der "Spinnenbewältigung" nicht nur eine unsichere, sondern auch eine grausame Methode.

Es erfordert für viele schon Mut, die Spinne einzusaugen. Aber ist das "Problem“ damit auch gelöst? (Bild: Getty Images)

Neben Menschen mit einer richtigen Spinnenphobie gibt es auch viele, die sich einfach vor den achtbeinigen Zimmergenossen ekeln. Liegt man dann entspannt auf dem Sofa oder abends im Bett und sieht eins der Tierchen herumkrabbeln, muss schnell eine Lösung her.

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In der Not greifen dann viele zum Staubsauger, um die Spinne einfach einzusaugen. Dann ist sie zumindest aus dem Blickfeld und dass man nicht genau weiß, was weiter mit ihr passiert, lässt sich leicht verdrängen. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten, die wiederum von zwei Faktoren abhängen: der Saugkraft und dem Staubsaugerbeutel.

Ist der Beutel voll, sind die Überlebenschancen höher

Ist die Saugstärke relativ leicht eingestellt und der Staubsaugerbeutel bereits gefüllt, kann die Spinne sowohl den Weg durch das Rohr als auch die Landung im Beutel überleben. Das führt dazu, dass sie anschließend wieder aus dem Rohr krabbeln kann, sich immer noch in der Wohnung befindet und das “Problem“ nicht gelöst ist.

Bei voller Saugstärke wird die Spinne wahrscheinlich getötet

Ist die Saugstärke dagegen hoch eingestellt, fliegt die Spinne mit einer Geschwindigkeit von rund 100 km/h durch das Rohr und prallt danach gegen die Wand des Staubsaugerbeutels. Gerade, wenn der noch leer ist, ein Flug, der auf ziemlich grausame Weise tödlich endet.

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Die Lösung: Durchatmen und sich heranwagen

Wer eine Spinne also nicht fies töten aber trotzdem loswerden will, hat nur eine Möglichkeit, die ein kleines bisschen Überwindung voraussetzt: Man stellt ein Glas oder ein anderes Gefäß über die Spinne, schiebt dann ein Blatt oder etwas anderes dünnes darunter, trägt sie nach draußen und schüttelt sie aus dem Gefäß.

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