Alltagsfrage: Muss man altes Wasser aus dem Wasserkocher wegschütten oder nicht?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Für Tee, für die Wärmflasche, die Babymilch oder den Instant-Kaffee – ein Wasserkocher ist schnell und effizient, doch am Ende bleibt darin oft ein Rest übrig. Spätestens bei der nächsten Nutzung fragt man sich dann, ob man das Wasser besser in den Ausguss schüttet oder noch einmal verwenden kann.

Noch mal aufkochen oder wegschütten? Was sie mit dem Rest des Wasers im Wasserkocher tun sollen, wissen die wenigsten (Symbolbild: Getty Images)

Wenn es um altes Wasser aus dem Wasserkocher geht, sind die Lager ziemlich gleichmäßig verteilt. Mit 53 Prozent kippt eine knappe Mehrheit der Deutschen es weg, während 47 Prozent einfach nochmal den Anschaltknopf drücken und das Wasser ein zweites Mal aufkochen. Das hat das SGS Institut Fresenius herausgefunden.

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Keime und Kalk wirken abschreckend

Laut der Umfrage stören sich die 53 Prozent vor allem an den Kalkablagerungen, die durch das verbliebene Wasser entstehen und von manchen als eklig empfunden werden. Dazu kommt die Befürchtung, in dem abgestandenen Wasser könnten sich Keime und Bakterien vermehren. Wissenschaftlich betrachtet ist diese Sorge unbegründet, denn spätestens wenn das Wasser kocht, werden solche Umweltkeime abgetötet.

Beim Wasserkocher kommt es auf das Material an. (Symbolbild: Getty Images)

Beim Wasserkocher ist das Material entscheidend

Und doch gibt es Umstände, unter denen Wissenschaftler Verbrauchern davon abraten, das Wasser noch einmal zu verwenden. Nämlich dann, wenn das Material der Wasserkocher so beschaffen ist, dass es toxische Rückstände an das Wasser abgibt. Bei Wasserkochern aus Edelstahl könnten das Bisphenol A oder Nickel sein.

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Verbraucher sollten auf das GS-Siegel achten

Die Experten des im Bereich chemischer Laboranalytik tätigen Unternehmens haben aber einen Tipp für Verbraucher, um eventuelle allergische Reaktionen zu vermeiden: Sie raten dazu, Geräte zu kaufen, die mit dem GS-Siegel versehen sind. Die zuständigen Prüfer sähen sich nicht nur die Elektronik an, sondern hätten auch ein Auge auf die Materialien, aus denen die Geräte gefertigt werden.

Einen Vorteil hat es übrigens, wenn man das übrig gebliebene Wasser gleich nach dem Aufkochen ausgießt: Man verhindert damit, dass sich die dicken Kalkablagerungen erst bilden, die einem dann wahlweise in den Teebecher bröseln oder die man mit Essig oder einem anderen Kalkentferner erst wieder los werden muss.

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