Alltagsfrage: Werde ich weniger nass, wenn ich durch den Regen renne?

Timea Sternkopf

Wenn es anfängt zu regnen, fangen viele Fußgänger, die ohne Regenschirm unterwegs sind, hektisch an, zu rennen. Doch ist es überhaupt sinnvoll, durch den Regen zu sprinten? Oder sollten wir lieber die Ruhe bewahren und in unserem normalen Tempo weiterlaufen? Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach ...

"Es regnet, es regnet, die Erde wird nass", heißt es in einem bekannten Kinderlied. Doch nicht nur die Erde wird nass, sondern auch sämtliche Pechvögel, die ohne Regenschirm aus dem Haus gingen. Wer nur noch 100 Meter von seinem Ziel entfernt ist, wird womöglich einen Spurt einlegen und hoffen, dass er nicht ganz so nass wird. Aber wird jemand, der schnell durch den Regen rennt, tatsächlich weniger nass? Hilft die panische Flucht vor dem unausweichlichen Nass, das von oben auf unsere Köpfe fließt? Das hängt ganz von der Art des Regens und von weiteren Faktoren ab, wie dem Wind und unserem Körperbau.

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Rennen ist tatsächlich nicht immer sinnvoll. Wenn es nur leicht nieselt oder der Regen bei Windstille gerade von oben kommt, ist es besser, ganz normal weiterzulaufen. Unser Kopf und unsere Schultern dienen in solchen Fällen als natürliches Dach und schützen unseren restlichen Körper vor unnötiger Nässe. Sobald es stärker oder schräg von vorne regnet, schaut die Sache allerdings ganz anders aus.

Im richtigen Winkel rennen

Der Physiker Franco Bocci von der Universität Brescia hat 2012 eine Studie zu dem Thema "Im Regen rennen oder nicht rennen" durchgeführt. Mit folgendem Ergebnis: Die Antwort hängt vom Körperbau und der Körperhaltung der sich bewegenden Person ab, sowie von der Windrichtung und Windstärke. Beim Rennen beugt sich unser Körper leicht nach vorne und bietet vor allem bei starkem Regen, der schräg von vorne herunterprasselt eine kleinere Angriffsfläche, als bei aufrechtem Gang.

Das bedeutet: Wir sollten uns im Idealfall im gleichen Winkel beugen, in dem der Regen fällt. In der Praxis lässt sich das nicht immer so einfach durchführen, da sich unser Weg nicht nach dem Regen richtet und sich der Regen sowieso nicht nach uns richtet. Außerdem spielen die Größe der Regentropfen, die Windgeschwindigkeit und die Form unseres Körpers eine Rolle.

Bocci versuchte, eine mathematische Formel dafür zu entwickeln, doch die wenigsten von uns werden diese Berechnung wohl zurate ziehen, wenn wir mal wieder im Regen unterwegs sind, sondern einfach nur schnell das Trockene suchen. Am besten hilft immer noch ein Regenschirm oder eine Regenjacke.

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