Alyssa Milano und der Sex-Streik: Ist das ein Ausdruck von Selbstbestimmung?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Wegen eines neuen Abtreibungsgesetzes im US-Bundesstaat Georgia hat die Schauspielerin Alyssa Milano Frauen zum Sex-Streik aufgerufen. Ohne körperliche Selbstbestimmung dürften keine Schwangerschaften riskiert werden, sagt sie. Gegner werfen ihr vor, sie verbreite damit ein veraltetes Modell von Sexualität.

Alyssa Milano ist einer der prominenten Köpfe hinter der #MeToo-Bewegung. (Bild: Getty Images)

Sobald man den Herzschlag des Fötus hören kann, sollen in Georgia Abtreibungen zukünftig verboten werden. In der Konsequenz bedeutet das, dass viele Frauen schon in dem Moment, in dem sie von der Schwangerschaft erfahren, keine Wahl mehr haben. Denn einen Herzschlag hört man oft schon ab der sechsten Schwangerschaftswoche.

Das Risiko einer Schwangerschaft ist zu groß

Für die US-Schauspielerin Alyssa Milano, einer der prominenten Köpfe der #MeToo-Bewegung, ist das ein Skandal. Um zu verhindern, dass das Gesetz wie geplant 2020 in Kraft tritt, tritt sie selbst in einen Sex-Streik und forderte Frauen in einem Tweet auf, es ihr gleichzutun: „Schließt euch mir an: Wir werden keinen Sex haben bis wir unsere Autonomie zurückerhalten.“ Ohne volle legale Kontrolle über ihre Körper könnten Frauen keine Schwangerschaft riskieren.

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Auch Bette Midler findet die Idee gut

Später legte Milano noch einmal nach und schrieb in einem weiteren Tweet: „Beschützt eure Vaginas, Ladys. Mächtige Männer wollen Gesetze für sie erlassen.“

Bette Midler pflichtete ihrer Kollegin bei und schrieb ebenfalls via Twitter: „Ich hoffe, dass die Frauen in Georgia keinen Sex mehr mit ihren Männern haben, bis diese Erniedrigungen rückgängig gemacht werden.“

Kritiker halten den Sex-Streik für das falsche Signal

Doch nicht alle halten Milanos Aufruf für die geeignete Antwort auf das Gesetz, das ganz ähnlich bereits in anderen Staaten wie Mississippi, Kentucky und Ohio verabschiedet wurde. „Westworld“-Star Evan Rachel Wood retweetete folgenden Post: „Die Idee eines Sex-Streiks - bei dem der Mann Sex möchte und die Frau es ihm vorenthält - ist dasselbe rückschrittliche Modell von Sexualität, das republikanische Männer für die Gesetzgebung benutzen! Nein danke.“

Stattdessen schlägt sie vor, dass Männer sich sterilisieren lassen und den Eingriff rückgängig machen, sobald sie Kinder wollten.

Viele User und Userinnen merkten an, dass Frauen, die wie Männer selbstverständlich auch Spaß an Sex haben sollten, sich mit einem Sex-Streik auch selbst bestraften.