Amazon entfernt Produkt, das fälschlicherweise behauptet hat, das Coronavirus abtöten

Amazon warnt Drittanbieter davor Gesichtsmasken und Reinigungsmitteln anzubieten, die fälschlicherweise behaupten, das Coronavirus abtöten zu können. (Foto: REUTERS/Flavio Lo Scalzo)

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) warnen davor, dass sich COVID-19 (Coronavirus) in den US ausbreitet und San Francisco hat den Notstand ausgerufen, um sich auf den Ausbruch vorzubereiten. Aktuell sind viele Menschen dauerhaft auf der Suche nach präventiven Maßnahmen gegen die Erkrankung. Und das hat zu einer Menge falscher Marketing-Versprechen geführt – und wie CNBC herausfand stammen diese auch von Amazon-Drittverkäufern. Diese werben für Produkte, die behaupten, das Virus „abzutöten“ oder „ähnliche "nicht genehmigte Marketingversprechen“ machen.

Wie CNBC berichtet lösen nun aus diesem Grund Amazon-Produkte, die mit dem Coronavirus in Verbindung stehen, sowie verwandte Suchbegriffe eine Weiterleitung an die CDC aus. Dort gibt es legitime Informationen über die Krankheit.

Amazon reagierte nicht sofort auf Anfrage für eine Stellungnahme von Yahoo Lifestyle, aber CNBC teilte mit seinen Lesern eine E-Mail, die Amazon angeblich an Verkäufer sendet.

„Hallo von Amazon,

wir schreiben, um Ihnen mitzuteilen, dass die folgenden Detailseiten aus unserem Katalog entfernt wurden:

...

Dieses Produkt wurde als Gesichtsmaske oder ähnliches Produkt identifiziert, das nicht genehmigte medizinische Marketing-Versprechen im Zusammenhang mit dem Coronavirus oder der Grippe macht. Produkte, die medizinische Marketingversprechen machen, dürfen in den USA nicht ohne vorherige Überprüfung und Genehmigung durch die Food & Drug Administration (FDA) legal vermarktet werden. Die Amazon-Richtlinie verbietet das Angebot oder den Verkauf von Produkten, die als nicht zugelassene oder nicht registrierte Medizinprodukte vermarktet werden.

Wir haben diese Maßnahme ergriffen, weil dieses Produkt nicht zum Verkauf auf Amazon.com zugelassen ist. Es ist Ihre Pflicht, sicherzustellen, dass die von Ihnen angebotenen Produkte alle geltenden Gesetze, Vorschriften und Amazon-Richtlinien einhalten."

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat auch Fehlinformationen über den Coronavirus in größerem Umfang gekennzeichnet. In einer Meldung vom 14. Februar hieß es: „Wir haben eine behördenübergreifende Task Force eingerichtet, die sich der genauen Überwachung betrügerischer Produkte und falscher Produktangaben im Zusammenhang mit COVID-19 widmet und wir haben uns bereits an große Einzelhändler gewandt und sie um Hilfe bei der Überwachung ihrer Online-Marktplätze im Hinblick auf betrügerische Produkte, die Behauptungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus und anderen Erregern aufstellen. Wenn die verkauften Produkte behaupten, sie könnten COVID-19 verhindern, behandeln oder heilen und von der FDA nicht für diesen Verwendungszweck freigegeben wurden, unterliegen sie einer Untersuchung der Behörde und möglichen Vollstreckungsmaßnahmen. Die Task Force hat bereits mit Einzelhändlern zusammengearbeitet, um mehr als ein Dutzend dieser Art von Produktangeboten online zu entfernen. Mehrere haben bereits geantwortet, dass sie planen, Angebote auf Coronavirus-Behauptungen zu überwachen. Die Agentur hat sich verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um skrupellose Akteure daran zu hindern, rechtswidrige Produkte im Zusammenhang mit dieser Epidemie zu vermarkten.“

In ähnlicher Weise hat das gemeinnützige Better Business Bureau (BBB) kürzlich einen „Betrugsalarm“ zu gefälschten Gesundheitsprodukten veröffentlicht. „Gesichtsmasken können das erste gefälschte Produkt sein, das im Zuge der Coronavirus-Epidemie auftaucht, aber es wird wahrscheinlich nicht das letzte sein“, warnt die Agentur. „Während der Ebola-Epidemie war die Werbung für nicht genehmigte und betrügerische Heilmittel so weit verbreitet, dass die  US-Regierung den Verbrauchern riet, sich von diesen Medikamenten fernzuhalten. Es ist wahrscheinlich, dass Betrüger das Coronavirus als eine weitere Chance nutzen werden, Produkte zu vermarkten, die fälschlicherweise behaupten, die Krankheit heilen zu können.“

Das BBB erinnert Verbraucher daran, nur bei seriösen und legitimen Unternehmen zu kaufen, und erwähnt, dass fehlende Kontaktinformationen von Unternehmen ein Alarmsignal sind. Außerdem soll man einen Arzt konsultieren, wenn man Fragen zu medizinischen Geräten oder Behandlungen hat. Ein BBB "Scam Tracker" ermöglicht es Nutzern, verdächtige Angebote zu melden.

CNBC berichtete, dass Amazon am 13. Februar zusammen mit Google, YouTube und anderen Tech-Unternehmen an einem Treffen teilnahm, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Menlo Park von Google, Kalifornien, veranstaltet wurde. Auf der Tagesordnung stand die Diskussion über Möglichkeiten, „Fehlinformationen“ über das Coronavirus zu stoppen. Ein Vertreter der WHO reagierte nicht auf die Bitte um Stellungnahme von Yahoo Lifestyle. Gegenüber CNBC sagte jedoch einer, dass man Technologieunternehmen Dienstleistungen zur Überprüfung von Fakten anbiete.

Die CDC sagt, dass das Tragen einer Gesichtsmaske unnötig sei, um gesunde Menschen vor COVID-19 zu schützen, und empfiehlt sie nur auf Anraten eines Arztes oder für diagnostizierte Menschen, die Symptome zeigen oder diejenigen, die sich um infizierte Patienten kümmern. Wired berichtet allerdings von einem Maskenmangel in einigen Ländern. Unterdessen machen treffen Promis wie Kate Hudson und  Gwyneth Paltrow Vorsichtsmaßnahmen für Flugreisen und posten Selfies mit Masken.

Laut Wired sind die Preise für Gesichtsmasken durch die Nachfrage gestiegen, was Amazon dazu veranlasst hat, Unternehmen die Gesichtsmasken anbieten, zu kennzeichnen, die „nicht in Übereinstimmung“ mit der „Preisgestaltung“ stehen.

Elise Solé