Amazon-Mitarbeiter klauen bei Amazon und verkaufen Diebesgut auf Amazon

Larissa Kellerer
Freie Autorin

Eine ganz schön miese Masche haben zwei externe Angestellte des US-Onlineversandhändler Amazon abgezogen: Sie klauten über Jahre hinweg Pakete und verhökerten die Ware an Pfandhäuser.

Zwei externe Mitarbeiter bedienten sich an Retouren und Lagerware. (Symbolbild: Getty Images)

Wie der amerikanische Sender „ABC News“ berichtet, waren die beiden Beschuldigten bei JW Logistics, einer Firma mit Sitz im texanischen Frisco tätig, die im Auftrag von Amazon unter anderem die Logistik in Seattle im US-Bundestaat Washington abwickelt. Ihr ursprünglicher Auftrag war es, Pakete von einem Warenlager südlich von Seattle zu einer Versandstelle zu liefern und Retouren von Kunden am Flughafen Seattle-Tacoma International entgegenzunehmen.

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Stattdessen hätten die Männer nach Angaben des FBI die Pakete routinemäßig gestohlen und die darin befindliche Ware an Pfandleiher verkauft. Die wiederum nutzen den Amazon Marketplace, um das Diebesgut wieder unters Volk zu bringen. It’s the circle of… dreist!

Ganze sechs Jahre lang flog der Schwindel nicht auf. Bis im Sommer 2018 ein Polizist stutzig wurde, als er die Transaktionen eines der besagten Pfandhäuser überprüfte. Dabei sah er, dass ein Kunde 57-mal und damit verdächtig oft Überweisungen erhalten hatte. Wie sich herausstellte, war es einer der Fahrer von JW Logistic.

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Laut FBI hatte er zwischen Februar und Juli letzten Jahres fast 30.000 US-Dollar an die Pfandleiher verkauft. Sein Kollege soll Waren im Wert von 100.000 Dollar gestohlen und für 20.000 Dollar weiterverkauft haben, darunter Sportartikel, Videospielsysteme und Computer-Produkte.

Amazon veröffentlicht Stellungnahme

Während sich das betroffene Logistikunternehmen JW Logistic noch nicht zu dem Vorfall äußerte, hat Amazon bereits eine Stellungnahme veröffentlicht: "Als wir erfahren haben, dass eine Untersuchung gegen zwei unserer Auftrags-Fahrer eingeleitet wurde, kooperierten wir mit den Behörden, indem wir ihnen alle benötigten Informationen zukommen ließen."

Zudem untersage man strengstens, dass unechte oder gestohlene Waren angeboten werden. Tatsächlich ist der Verkauf von Diebesgut auf Amazon aber nicht ungewöhnlich. Unklar ist, in wie großem Ausmaß. In dem Fall aktuellen aus den USA sollen die Pfandhäuser in den vergangenen sechs Jahren rund 10 Millionen Dollar mit der Hehlerware umgesetzt haben.

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