Amerikanische Polizei bittet während Coronavirus-Krise darum, keine Verbrechen zu begehen

Vielleicht hilft es ja: Weil ihre Einsatzkräfte derzeit stark gefordert und eingebunden sind, bittet die Polizei der US-amerikanischen Kleinstadt Puyallup, vorübergehend sämtliches kriminelles Verhalten einzustellen.

Wenn es nach der Polizei von Puyallup geht, bleiben die Zellen erstmal leer. Denn sie haben mit dem Coronavirus alle Hände voll zu tun. Foto: Symbolbild / gettyimages / Hans Neleman

Warum nicht einfach mal höflich bitten: Die Polizei von Puyallup, eine Stadt im US-Bundesstaat Washington, hat alle örtlichen Kriminellen aufgrund der Coronavirus-Pandemie um “Unterstützung” gebeten. Auf Twitter heißt es deshalb auf dem offiziellen Account:

Besonders gefährdet: Viele ältere Menschen leben in der altersfreundlichen Stadt

“Aufgrund der bestätigten Covid-19-Fälle bittet die Polizei von Puyallup, sämtliche kriminelle Aktivitäten und schändliches Verhalten einzustellen. Wir wissen ihre Unterstützung bei der Eindämmung der Kriminalität zu schätzen und bedanken uns bei Ihnen im Voraus. Wir geben Bescheid, wenn Sie sich wieder normal verhalten können. Bis es soweit ist: Händewaschen nicht vergessen!”

Die Bitte hat einen ernsten Hintergrund: Puyallup ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine besonders “altersfreundliche” Stadt (Age-Friendly City) ausgezeichnet worden. Dahinter steckt eine globale Initiative aus dem Jahr 2007, die Städte für besonders leicht begehbare Infrastruktur und altersinklusive Services und Angebote belohnt. Laut der Webseite der Stadt war Puyallup die erste “altersfreundliche” Stadt überhaupt in ganz Washington. Man sei sich deshalb bewusst, dass das Coronavirus eine besondere Bedrohung für die älteren Einwohner und Einwohnerinnen darstelle.

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Ausnahmezustand, um schneller und besser reagieren zu können

Puyallup hat deshalb vergangene Woche aufgrund des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 den “Ausnahmezustand” ausgerufen. Wie der Stern berichtet, ist die Stadt damit aber keine Ausnahme. Denn auch die Region, Pierce County, und der Bundesstaat Washington, haben unlängst zu dieser Maßnahme gegriffen. Vor wenigen Tagen folgte auch Präsident Donald Trump und verkündete den “Nationalen Notstand”. Diese Maßnahmen sollen, so heißt es auf der Puyallup-Webseite, keine Angst verursachen. Sie würden es aber ermöglichen, schneller und einfacher an erforderliches Personal und Hilfsgüter für die an Covid-19-Erkrankten zu kommen.

Weil die Polizisten und Polizistinnen der Stadt nun stark gefordert und eingespannt sind, dachten sie wohl, ihr Aufruf auf Twitter könne ja zumindest nicht schaden, um sie vorübergehend von der Verbrechensbekämpfung zu entlasten. Sie haben mit dieser Strategie zumindest aufseiten des Gesetzes schon einen kleinen Erfolg verbucht. Denn auch die Polizei aus Salt Lake City, im US-Bundesstaat Utah gelegen, ahmte ihre Bitte nach und formulierte wenig später Folgendes auf Twitter: “Wir bitten Sie darum, alle kriminellen Machenschaften einzustellen. Danke für ihre Mithilfe.” Dazu gab es noch zwei passende Hashtags: “#BenehmenSiesich” und “#HaltenSieAbstand”.

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