Amerikanische Studentin kümmert sich zwei Jahre liebevoll um Plastikblume

Sie hat ihre Sukkulente gegossen, die Blätter einzeln gesäubert, dann wollte Caelie Wilkes ihre Zimmerpflanze umtopfen. Dabei entdeckte sie die Wahrheit: All ihre Liebe hatte sie in eine Plastikblume gesteckt.

Sukkulenten ist ein Oberbegriff für saftreiche Pflanzen, die besonders gut Wasser speichern können. Nach dem Facebook-Bild hat sich die Studentin Caelie Wilkes wohl um eine Pflanze aus der Gattung der Echeverien gekümmert. Foto: Symbolbild / gettyimages / lovelyday12

„Geschichtsstunde“: Mit diesem Wort beginnt Caelie Wilkes einen, das dachte sie anfangs wohl noch, ganz normalen Facebook-Beitrag. Doch in der Zwischenzeit, seit vergangenem Freitag, hat sie dieser Beitrag ins Radio und ins Fernsehen gebracht, zahlreiche Online-Medien haben über sie geschrieben und sogar eine der wichtigsten Late-Night-Sendungen Nordamerikas hat ihr ein Segment gewidmet.

Das Folgende hat Wilkes, die laut New York Post im US-Bundesstaat Kalifornien lebt, 24 Jahre alt, Studentin und Mutter ist, geschrieben:

„Ich besitze diese wunderschöne Sukkulente seit zwei Jahren. Ich war immer sehr stolz auf sie, sie war so prachtvoll, farbenfroh, einfach eine perfekte Pflanze. Sie stand vor meinem Küchenfenster. Ich erstellte eigens einen Bewässerungsplan. Wollte jemand anders meine Sukkulente gießen, reagierte ich heftig und abweisend. Ich wollte sie einfach gut versorgt wissen.“

Es fühlt sich wie eine Lüge an

Dann aber kam der Wendepunkt, denn weiter heißt es in dem Facebook-Beitrag – ergänzt durch zwei Bilder der leuchtend grünen Pflanze – Wilkes habe sie umtopfen wollen. Dabei fand sie die Wahrheit heraus, oder besser, statt Wurzeln fand sie nur eine Styropor-Pyramide am unteren Ende ihrer Pflanze.

Sie war die ganze Zeit „FAKE!“. Dabei habe sie, schreibt Wilkes weiter, so lange ihre ganze Liebe in die Sukkulente gesteckt, sogar ihre einzelnen Blätter gewaschen. Sie beschließt ihren Beitrag mit: „Die beiden vergangenen Jahre fühlen sich wie eine Lüge an.“

Mindestens genauso unecht dürfte sich auch anfühlen, was Wilkes seither widerfahren ist: Denn ihr Beitrag wurde in den wenigen Tagen knapp 7.000 Mal geteilt und fast genauso oft kommentiert. Jemand schrieb etwa: „Das erinnert mich ans College, als man die Baby-Attrappe mit nach Hause nehmen musste, um zu lernen, wie es ist, Mutter zu sein.“ Jemand anders: „Wenn du deine Pflanze so sehr geliebt hast, was macht es dann aus, dass sie Fake ist?“

Jetzt hat sie die Chance, sich zu beweisen

Doch auch kritische Stimmen finden sich unter den Kommentaren: „Wie kann man eine Zimmerpflanze haben, sie zwei Jahre umsorgen und nicht bemerken, dass sie keinen Millimeter gewachsen ist oder sich verändert hat?“

Mit lebenden Pflanzen richtig umzugehen, das kann Wilkes in nächster Zukunft lernen. Denn auf die große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien haben nicht nur zahlreiche Medien, von People über Fox bis zur britischen BBC reagiert, sondern auch ein Garten- und Blumenunternehmen. Das hat Wilkes am Dienstag einen ganzen Garten voll echter Sukkulenten zugeschickt.

Wer selbst einen Verwandten oder Bekannten in die Fake-Falle locken will oder anderweitig eine Pflanzen-Simulation benötigt, wird vielleicht hier fündig:

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