Die Anfänge der Kardashians: Wie Kim dorthin gelangte, wo sie heute ist

Elizabeth Kiefer

Wer ein Smartphone besitzt und mit den sozialen Medien nicht ganz unvertraut, wird kaum einen Weg um die Kardashians herum finden. Sie sind einfach überall. Es ist doch tatsächlich so, dass sie mittlerweile schon so lange in der Öffentlichkeit stehen und derart omnipräsent sind, dass man überhaupt nicht mehr weiß, wofür diese Familie eigentlich bekannt ist. Das wollen wir ändern. Denn so sehr man den Clan auch belächeln mag, so hoch muss man ihnen eben auch anrechnen, dass sie durchweg gute Geschäftsfrauen sind und sich die Nachfrage nach ihrer Marke selbst erschaffen haben und sie weiterhin erfolgreich hoch halten. Ihre Daseinsberechtigung liegt durch die hohe Nachfrage also eigentlich auf der Hand, wenn sie nicht schon indiskutabel ist.

Die Kardashians sind nicht einfach eines Tages aus dem Nichts aufgestiegen, um unsere Newsfeeds an sich zu reißen. Sie sind auch nicht aus Paris Hiltons Hinterzimmer ausgebrochen, um den California-Plastikthron an sich zu reißen. Ihre mediale Allgegenwärtigkeit ist das Ergebnis harter Arbeit, eines Prozesses, der schon vor Jahrzehnten begann, lange bevor Reality TV seinen kometenhaften Aufstieg erlebte. Und die Person, die den Ball damals ins Rollen gebracht hat, assoziieren wir tatsächlich eher selten mit dem Kardashian-Imperium.

Die Rede ist von Robert Kardashian: Vater von Kourtney, Kim, Khloé und Robert Jr., Ex-Mann von Kris und ehemaliger Anwalt und Freund eines ganz bestimmten Football- und TV-Stars, der zufälligerweise auch Angeklagter im sogenannten „Strafprozess des Jahrhunderts“ war: O.J. Simpson. Spätestens durch die TV-Serie The People v. O.J. Simpson: American Crime Story, welche die Geschichte des Simpson-Falls aufarbeitet, ist nun also klar, wie der Familienname aus der Unbekanntheit ins Primetime-TV gelangte. Die Rolle des Kardashian-Patriarchen zu verstehen ist nötig, um weiterführend zu verstehen, wie die gesamte Familie für das Rampenlicht getrimmt wurde.

Also lasst uns ein paar Jahre zurückgehen und die nicht ganz so bescheidenen Anfänge der Familie unter die Lupe nehmen, um besser zu verstehen, wie die Kardashians zur sogenannten zweiten „First Family“ der USA wurden.

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Robert, in der Serie von Friends -Star David Schwimmer gespielt, wurde in Los Angeles geboren, wo er auch studierte, bevor er in San Diego seinen Jura-Abschluss machte. Robert heiratete 1978 Kris Houghton (heute bekannt als Kris Jenner). Innerhalb der nächsten zehn Jahre bekamen sie vier gemeinsame Kinder: Kourtney, Kim, Khloé und Robert Junior.

In dieser Zeit traf Robert Kardashian auch O.J. Simpson und die Kardashians freundeten sich mit dem Footballspieler und seiner Frau Nicole Brown Simpson an. 1991 ließen sich Robert und Kris scheiden – einige Jahre bevor Brown Simpson ermordet wurde und der legendäre Gerichtsprozess begann.

Photo: Getty/Ron Galella.

Eins muss klar sein: Amerika kannte den Namen Robert Kardashian vor dem Fall People of the State of California v. Orenthal James Simpson nicht. Lasst das kurz mal sacken: Die Kardashians waren mal unbekannt! Verrückt, oder?

Doch obwohl Robert eine essentielle Rolle in Simpsons Verteidigung spielte, katapultierte seine neugewonnene Bekanntheit ihn und seine Familie noch lange nicht ins Rampenlicht. Robert gehörte bereits vor dem Prozess zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Anwälten Nordamerikas – ein Umstand, der seinen Kindern schon damals einen gewissen Vorteil in der Welt verschafft haben dürfte.

2003 starb Robert Senior im Alter von 59 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Zu der Zeit war Kris längst wieder verheiratet und hieß nun Jenner mit Nachnamen, die vier Kardashian-Kinder waren in ihren späten Teens und frühen 20ern.

Photo: Vince Bucci.

Und natürlich wissen wir, wen Kris geheiratet hat: Caitlyn Jenner, die damals als Bruce Jenner bekannt wurde und Olympia-Sportler war.

Kris hat angeblich großzügigen Unterhalt von Robert erhalten, aber auch Jenner brachte ihren eigenen Reichtum mit in die Ehe. Kris und Bruce haben zwei gemeinsame Kinder bekommen: Kendall und Kylie.

Photo: Getty/Maureen Donaldson.

(Eine Zeit lang trugen sie Partnertopfschnitte. Tut nichts zur Sache, ist aber witzig anzusehen.)

Photo: Getty/Donaldson Collection.

Zusammen haben sie Familienportraits wie dieses gemacht.

Photo: Getty/Donaldson Collection.

Und später, während ihrer Biker-Gang-Tage, dieses.

Von da an ging es steil bergauf im nationalen Bewusstsein.

Photo: Getty/Donaldson Collection.

Als Reality-TV-Shows wie Pilze aus dem Boden zu sprießen begannen, war das Video der kleinen Kim schon fast zehn Jahre alt.

2003 wurde Kim Kardashian mit dem Socialite und jungen TV-Star Paris Hilton zusammengesteckt. Hilton behauptet, sie wären seit der Kindheit befreundet gewesen.

Kim trat an der Seite von Paris in The Simple Life auf, wenn auch nur ganz nebenbei. Es ist schwer sich das vorzustellen, aber Kim war eine Zeit lang tatsächlich Paris’ Assistentin und feilte gleichzeitig an ihren Skills als „Closet Organizer“. Entgegen der allgemeinen Annahme hat Paris Kim aber nie angefahren ihren Kleiderschrank aufzuräumen. Ihre Streiterei war trotzdem legendär.

Photo: Getty/Gregg DeGuire.

Fast forward: Kourtney, Khloé und Kim launchen 2006 ihren eigenen Store in L.A., DASH. Kim hat ihrer Mutter damals schon mit Einzelhandelsunternehmen geholfen.

Kourtney ist übrigens die einzige, die zur Uni gegangen ist. Sie hat einen Abschluss in Theater und Spanisch von der University of Arizona in der Tasche.

Während der Laden sie nicht wirklich reicher gemacht hat, hat er sie sicher bekannter gemacht.

Photo: Getty/Chris Polk.

Hinter den Kulissen arbeitete Kris hart daran, ihre Familie ins Fernsehen zu bringen. 2007 pitchte sie Ryan Seacrest die Idee einer Reality Show über ihre Brut – und er sagte ja. Keeping Up With the Kardashians war am 14. Oktober 2007 das erste Mal im TV zu sehen.

Photo: E!/Keeping Up With The Kardashians.

Im selben Jahr machte Kim auf eine andere Art ihr Debut: ihr Sexvideo mit Ray J. Niemand konnte aufhören über das Ding zu reden – es war eine Riesenangelegenheit und plötzlich war der Name Kim Kardashian einfach überall.

Im August 2008 trat Kim dem Cast von Dancing With the Stars bei.

Photo: Getty/Craig Sjodin.

Während KUWTK immer weiter verlängert wurde, fragt sich Kris nach drei Staffeln, ob das ganze nicht langsam etwas abgestanden war – bis Kourtney schwanger wurde.

Kris sagte mal, dass sie glaubt, dass es dieser Shift in der Story war, der das Interesse an der Familie am Laufen hielt und vielleicht sogar die Show rettete. „Sie kriegen immer mehr Babys und es gibt immer eine neue Story“, erklärte sie.

Die Familie machte schon Anspielungen auf Kourtneys Schwangerschaft, bevor die neue Staffel los ging, aber machte klar, dass die Leute einschalten mussten, um herauszufinden, wer der Vater ist. Clickbait im Fernsehen, quasi. Kris, das alte Marketinggenie!

Später fesselten die Geburten von Kourtneys Kiddos – gefolgt von Kims Hochzeit, ihren Schwangerschaften und den Geburten von North und Saint West – die Fans an die Familie.

Photo: Getty/Alo Ceballos.

Die Gastauftritte von Kanye West und seine öffentlichen Liebeserklärungen an Kardashian-West trugen außerdem zum weiteren Ruhm der Familie bei und legitimierten ihren Bekanntheitsgrad auch bei einigen Kritiker*innen.

Photo: Getty/Anthony Harvey.

„Ich fing an unsere Karrieren wie Steine auf dem Schachbrett zu sehen“, enthüllte Kris 2011 in ihren Memoiren. „Jeden Tag wachte ich auf und lief in mein Office und fragte mich, ‚Welchen Move musst du heute machen?‘ Es war sehr kalkuliert. Meine Geschäftsentscheidungen waren vorsätzlich, durchdacht und bis ins kleinste Detail durchgeplant.“

Nun ja… ihre Moves haben sich ausgezahlt. Letztes Jahr kürte das Cosmopolitan Magazin die Kardashians zu „America's ‚first family‘“. Die Ladies haben ihre eigenen erfolgreichen und vor allem kostenpflichtigen Websites und Apps gelauncht. Ihr Social-Media-Following geht in die Millionen. Keeping Up With the Kardashians ist mittlerweile in der 14. Staffel, die Familie ist um drei, bald sogar vier Babys gewachsen – und es sieht nicht so aus, als würde der Clan absehbar aufhören wollen. Warum auch, die Nachfrage ist so hoch wie noch nie.

Foto: Getty Images.

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