Angst um Madagaskars einzigartige Tierwelt: Es droht eine "Welle des Aussterbens"

Angst um Madagaskars einzigartige Tierwelt: Es droht eine "Welle des Aussterbens"

Die Tierwelt auf der Insel vor Ostafrika ist einmalig.

Eine Studie warnt vor dem baldigen Ende der Artenvielfalt in Madagaskar. 20 Millionen Jahre Evolution könnten ausgelöscht werden, wenn nichts getan wird, um die einzigartige Tierwelt auf der Insel zu schützen, so die Forscher*innen.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine Welle des Aussterbens auf Madagaskar unmittelbar bevorsteht, wenn nicht sofort in Sachen Naturschutz gehandelt wird", erklärte Dr Luis Valente vom Naturalis Biodiversity Center in Leiden.

Die Insel verfügt über eine einzigartige Artenvielfalt - 90 Prozent dort beheimateten Spezies sind nirgendwo anders auf dem Planeten zu finden. Doch allein bei den madegassischen Säugetieren sind mehr als die Hälfte akut bedroht. "Man muss sich das vor Augen führen - wir verlieren einzigartige Spezies und ihre Eigenarten, die sich so womöglich nie wieder entwickeln werden", so Dr Luis Valente.

Unter den Tieren, die ausschließlich auf der Insel beheimatet sind, sind Lemuren, das Pantherchamäleon, Fossas und viele andere Arten. 30 Säugetierarten auf der ostafrikanischen Insel sind bereits ausgestorben, 120 der 219 noch verbleibenden droht ein ähnliches Schicksal.

Wenn eine Art erst einmal verloren ist, gibt es keine Aussicht mehr auf ihre Rückkehr. Die Studie untersuchte auch, wie lange es dauern würde, bis die einst bestehende Artenvielfalt wieder hergestellt würde, wie Dr Luis Valente weiter erklärte. "Viele dieser Arten könnten schon in den nächsten 10 bis 20 Jahren aussterben - sie können nicht mehr warten. Wir sind ganz schnell an dem Punkt, an dem eine Spezies nicht mehr überlebensfähig ist." Es könne schon bald zu spät sein, so der Wissenschaftler: "Unser Hauptanliegen ist, dass Artenvielfalt sich nicht so schnell erholt. Selbst die Gegenden, die wir bislang für sauber und unberührt hielten, können ganz schnell einen kritischen Punkt erreichen."

Bild: JENNIFER GRAYLOCK/INSTARimages.com/Cover Images