Angstkultur, Führungskräfte fliehen: Wie ein Ex-Amazon-Manager bei Zalando für schlechte Stimmung sorgt

Zalandos Chief Business and Product Officer Jim Freeman.
Zalandos Chief Business and Product Officer Jim Freeman.

Zalandos Geschäft ist im ersten Quartal des Jahres zum ersten Mal geschrumpft. Der Onlinehändler verzeichnete zudem ein Minus von 68 Millionen Euro. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Ausrutscher. Seit dem Abgang vom Zalando-Manager Rubin Ritter steckt das ehemalige Berliner Startup in einer kleinen Krise.

Ritter verließ das Unternehmen nach über zehn Jahren in 2021. Seine Rolle sollte der ehemalige Amazon-Manager Jim Freeman übernehmen. Doch der US-Amerikaner ist bei den Mitarbeitern im Unternehmen offenbar jetzt schon in Ungnade gefallen, wie das "Manager Magazin" berichtet.

Angstkultur unter Freeman

Freeman ist seit 2018 im Managementteam von Zalando aktiv. Durch seine Erfahrung bei Amazon, wo er an Produkten wie Prime Video und Alexa gearbeitet hatte, schien er der richtige Mann zu sein, um Ritters Position nach dessen Abgang einzunehmen.

Doch seit Freeman eine größere Rolle im Unternehmen einnimmt, werden die Stimmen, die sich gegen ihn erheben, immer lauter. Freeman habe Vorgänge bei Zalando unnötig bürokratisiert und eine Angstkultur geschaffen, wie Insider gegenüber dem "Manager Magazin" berichten. Der Umgangston in Meetings sei rauer geworden, es herrsche „Angst“, Fehler zu machen. Freeman handle empathielos, so lauten die Vorwürfe.

Unter Freeman ist die Fluktuation in der Führungsriege ebenfalls hoch. KI-Experte Ralf Herbrich verließ das Unternehmen nach nicht einmal zwei Jahren im August 2021 wieder – offenbar nach einem Streit mit Freeman. Seit dem Frühjahr 2021 haben dem "Manager Magazin" zufolge zehn Vice Presidents das Unternehmen verlassen. Zalando erklärte dem Magazin, dass die Fluktuationsrate mit dem Niveau vor der Corona-Pandemie vergleichbar sei.

kh

Dieser Artikel erschien bereits am 27.5. und wurde nun aktualisiert.

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