ARD-Moderatorin sorgt mit Kritik an Fortnite-WM für Shitstorm

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

ARD-Moderatorin Julia Scharf hat mit ihrer Kritik an den Fortnite-Profis bei der WM 2019 für einen Shitstorm gesorgt. Inzwischen hat sich die Journalistin verteidigt.

Bei der Fortnite-WM spielten Jugendliche um Millionen. (Bild: Getty Images)

“Mir ist es wichtig, dass man Gaming und E-Sport, bei dem man Sportarten virtuell nachspielt, nicht in einen Topf wirft. Diese Veranstaltungen haben alle ihre Berechtigung, aber man darf die Frage stellen, ob wir sie wie klassische Sportarten behandeln sollten”, sagte Scharf gegenüber der Bild.

Die Moderatorin hatte in ihrem Beitrag zur abgelaufenen Fortnite-WM 2019 einen Psychologen zitiert und die Profi-Zocker als “Kinder, die Tag und Nacht vor dem PC sitzen und sich selbst nicht mehr die Schuhe zubinden können” bezeichnet.

In den Sozialen Medien regte sich daraufhin großer Widerstand. “Journalistin aus totem Medium hinterfragt Dinge, die sie nicht versteht”, schrieb ein Nutzer auf Twitter. Andere warfen ihr Voreingenommenheit und Naivität vor.

Julia Scharf zwischen “Killerspiel”- und Sport-Debatte

Grundsätzlich regte Scharf zwei Debatten an: Die eine ist die Frage danach, ob das Computerspiel Fortnite - und damit auch vergleichbare Spiele - als Sport in diesem Sinne gewertet werden dürfen oder nicht doch ein “gesellschaftlich anderes Phänomen” sind.

Die zweite ihrer aufgeworfenen Fragen bezog sich darauf, dass es bei Fortnite darum geht, 99 andere Spieler auszuschalten und inwiefern ein derartiges Szenario für Kinder geeignet ist. Diese Diskussion wird bereits seit langer Zeit hitzig geführt - das Wort “Killerspiel” ist noch immer weit verbreitet.

Tatsächlich haben die eSportler viele Gemeinsamkeiten mit “echten” Sportlern: Hartes und langes Training, Coaches, einen gewissen Bekanntheitsgrad. Experten aber zweifeln am Status als Sport unter anderem deshalb, weil die Spiele von Entwicklern geschaffen werden und entsprechend eingegrenzt und vorbestimmt sind.

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