Asos: Deshalb stößt die neue Yoga-Linie auf Kritik

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Zwei britische Yoga-Lehrerinnen kritisieren öffentlich, wie der Konzern Asos seine Yoga-Kollektion bewirbt. Die dargestellten Übungen würden auf eine gefährliche Art falsch durchgeführt und die Lehre nicht im Ansatz authentisch vermittelt.

Kritisiert wird nicht die Kleidung, sondern die Art und Weise, wie die Models sie in Szene setzen. (Bilder: Asos.com)
Kritisiert wird nicht die Kleidung, sondern die Art und Weise, wie die Models sie in Szene setzen. (Bilder: Asos.com)

”Unverantwortlich“ findet Emily Harding die Art und Weise, wie Models der Marke Asos die Kleidungsstücke aus deren Yoga-Kollektion in Szene setzen. Harding ist Inhaberin der ”The Yeh Yoga Co.“ und schilderte gegenüber dem ”Insider“, wie schockiert sie gewesen sei, als sie sich zum ersten Mal online das Asos-Angebot angesehen habe: ”Ich konnte nicht aufhören zu scrollen, weil ich so erschrocken war“, wird sie von dem Magazin zitiert.

Falsch ausgeführt, können die Posen den Körper schädigen

Ein Beispiel, das sie unter anderem nennt, ist die Art der Darstellung einer Pose, die beim Yoga als ”Baum“ bezeichnet wird. Dabei wird die Fußsohle eines Beins entweder an die Wade oder den Oberschenkel des anderen Beins gelegt, jedoch nie an das Knie, wie auf dem Foto abgebildet, erklärt die Yoga-Lehrerin. Gerade bei Anfängern könne es leicht passieren, dass sie ihr Knie damit nach außen drücken, was eine völlig unnatürliche Bewegung sei.

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Die Expertin fürchtet Nachahmer

Auch die dargestellte Kobra würde laut Harding jedem Yoga-Lehrer die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Dadurch, dass das Model die Schultern ”bis zu den Ohren“ hochziehen würde, läge viel zu viel Spannung auf dem Nacken, den Schultern und dem unteren Rücken. Beim Yoga gehe es aber genau darum, den Körper so zu bewegen, dass es sich natürlich und angenehm anfühlt und der Körper nicht einseitig belastet wird.

Viele Übungen sehen alles andere als entspannt aus. (Bilder: Asos.com)
Viele Übungen sehen alles andere als entspannt aus. (Bilder: Asos.com)

Die Übung eines Models, die wohl den ”herabschauenden Hund“ darstellen sollte, wollte Harding gar nicht erst als Yoga-Pose bezeichnen. Die Darstellung der inkorrekt ausgeführten Posen hält sie deswegen für gefährlich, weil Menschen diese nachahmen und sich dabei verletzen könnten. Dass die Models allesamt jung, schlank und perfekt geschminkt seien, steht noch auf einem ganz anderen Blatt.

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Mit dem ursprünglichen Yoga hat das nichts mehr zu tun

Einen weiteren Kritikpunkt hält auch die Yoga-Lehrerin Kallie Schut für wesentlich. Das Gründungsmitglied der britischen ”Yoga Teachers Union“ betonte gegenüber dem ”Insider“, welch verzerrtes Bild durch solche Bilder entstehen würde. In der westlichen Welt verfestige sich so die Vorstellung von Yoga als Ansammlung rein körperlicher Fitness-Übungen. Sie benutzt dafür den Begriff ”Whitewashing“ und sieht Yoga als Lehre, bei der es neben dem Körper vor allem auch um den Geist geht, als insgesamt abgewertet. Gegenüber dem ”Insider“ hat Asos die Vorwürfe bislang nicht kommentiert.

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