Aufgepasst BVB: Ansu Fati ist das neue Wunderkind des FC Barcelona

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Borussia Dortmund empfängt am Dienstagabend den FC Barcelona. Dort sorgte in den letzten Wochen der 16-jährige Ansu Fati dafür, dass das Fehlen von Lionel Messi phasenweise vergessen wurde.

Ansu Fati hat seine Chance beim FC Barcelona eindrucksvoll genutzt. (Bild: Getty Images)

Gerne sprechen sie beim BVB nicht über Youssoufa Moukoko. Zwar ist der junge Stürmer das wahrscheinlich größte Talent seines Jahrgangs im Verein, der Liga, vielleicht sogar der Welt, wohl aber ist das Thema in Dortmund nicht gerne gesehen.

Moukoko, erst kürzlich als 14-Jähriger in die eigene U19 aufgerückt, soll geschützt werden vor der Öffentlichkeit. Er soll sich in Ruhe entwickeln können, Schwächephasen, sollten sie denn irgendwann auftreten, durchstehen dürfen und nicht ständig bewertet werden.

All das plante der FC Barcelona, Gegner Borussia Dortmunds am Dienstagabend am 1. Spieltag der Champions League (21 Uhr/Sky) auch mit Ansu Fati.

Ansu Fati sprang ein als Lionel Messi verletzt war

Zugegeben: Fati ist bereits 16, bald 17 Jahre alt. Doch auch in Katalonien hätte man das eigene Wunderkind gerne behütet und langsam im Schatten der großen Stars herangezogen.

Doch Trainer Ernesto Valverde hatte andere Pläne. Als die Wade von Lionel Messi zum Saisonstart zwickte und auch Luis Suarez ausfiel, waren dem sonst so stoischen Basken die Hände gebunden. Er musste nach einer Alternative in den eigenen Reihen suchen, der Neymar-Transfer hatte bekanntlich nicht geklappt.

Nun wären da einige Optionen gewesen. Carlos Alena vielleicht. Oder Ousmane Dembele. Doch ersterer zeigte offenbar nicht das gewünschte Können und zweiterem stand - einmal mehr - der eigene Körper im Weg.

Ansu Fati spielt bereits wie ein Routinier

Eine Verletzungskrise in der Offensive des FC Barcelona also spülte Fati, eigentlich wie Moukoko noch ein Jugendspieler, in die Profi-Mannschaft. Und der junge Mann, das Kind, begann schnell damit, all die konservativen Denker zu widerlegen.

Mit 16 Jahren spielte Fati in den letzten drei Partien wie ein Routinier. Vernünftig, überlegt, aber in den richtigen Situationen auch mit einer gehörigen Portion Mut. Er fand seine Wege in die gefährlichen Zonen und steuerte inzwischen bereits zwei Tore bei.

Gegen den FC Valencia, bei weitem keine Laufkundschaft in der spanischen Liga, brachte Valverde ihn von Beginn an. Der wiedergenesene Suarez saß dafür auf der Bank. Zwei Minuten brauchte Fati für sein Tor, weitere fünf für eine herrliche Torvorlage.

Jugendarbeit des FC Barcelona wurde bereits angezweifelt

Balsam auf der Seele der Barcelona-Fans, die in den letzten Jahren bereits damit begannen, an der legendären Fußball-Schule La Masia zu zweifeln. Zu lange war kein Spieler mehr dauerhaft zu den Profis gestoßen.

Mit Fati - und Carles Perez, der ebenfalls einige Minuten erhielt - sind plötzlich neue Gesichter aufgetaucht, die die Jugendarbeit der Katalanen doch wieder positiv hervorheben.

Gegen Dortmund ist Lionel Messi zwar zurück im Kader, Fati und Perez aber auch. Die Dortmunder dürfen sich also darauf einstellen, eine Kostprobe vom Können des jungen Außenstürmers zu erhalten.

Inzwischen hat auch Spanien eine Chance gewittert: Fati, eigentlich aus Guinea-Bissau, soll eingebürgert werden und für die U-Nationalmannschaften spielen. Mancher sprach gar schon von der A-Nationalmannschaft.

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