Aufklärung: Angelina Jolie nimmt auch diesen Teil des Elternseins an

Angelina Jolie ist ein strahlendes Beispiel für jemanden, der alles für eine positive Veränderung in der Welt tut. Besonders aktiv setzt sie sich gegen sexuelle Gewalt ein. 2012 hat sie sogar eine globale Initiative mit dem Namen "Preventing Sexual Violence in Conflict (PSVI) ins Leben gerufen, die sich darauf fokussiert, Übergriffe in Konfliktzonen zu verhindern und das soziale Stigma auszulöschen, dem sich die Überlebenden gegenüber sehen.

In einem Interview mit Marie Claire erzählt Jolie, dass sie diese Themen offen mit ihren Kindern — dem 18-jährigen Maddox, dem 15-jährigen Pax, der 14-jährigen Zahara, der 13-jährigen Shiloh, und den 11-jährigen Zwillingen Knox und Vivienne — bespricht.

Recht offensichtlich ist dies keine Konversation, die Eltern unbedingt mit ihren Kindern führen wollen, aber Jolie kommt ihrer Verantwortung nach und will sicherstellen, dass die nächste Generation mit dem Wissen ausgerüstet ist, das sie sich selbst schützen lässt, den Kampf gegen die Stigmatisierung der Opfer fortführen lässt und Gewalt gegenüber anderen verhindern lässt. 

Darum betont die Schauspielerin: "Ich spreche nicht nur mit meinen Töchtern. Ich spreche mit ihnen vor ihren Brüdern." Sexuelle Gewalt betrifft nicht nur Frauen und so stellt Jolie sicher, dass ihre Jungs ebenso informiert sind wie ihre Mädchen. Auch wenn die Kinder fast alle noch nicht die Pubertät hinter sich gelassen haben.

"Es ist nicht nur ein Problem für Frauen und die Lösung besteht darin, mit Frauen und Männern zu arbeiten. Und mit Mädchen und Jungen. Es liegt nicht nur daran, dass auch Männer und Jungs Opfer dieser Verbrechen werden, sondern es ist ebenso wichtig, dass diejenigen, die solche Taten ausführen, von anderen Männern daran erinnert werden, was es wirklich heißt, ein Mann zu sein. Ein Mann mit einer gesunden Beziehung zu Frauen", sagt sie weiter. "Alle Gesellschaften müssen deutlich machen, dass solch ein Verhalten nicht toleriert wird."

Es gibt viele Wege, in der Gesellschaft mit sexueller Gewalt auf eine positive und fruchtbare Weise umzugehen. Es ist zudem möglich, das Wissen und die Werkzeuge weiterzugeben und gleichzeitig die Kinder vor der harten Realität der Welt noch in gewisser Weise zu schützen. Jolie erklärt, dass Filme eine hervorragende Möglichkeit bieten, die Nachricht zu verbreiten. PSVI organisierte deshalb ein Filmfestival mit dem Titel "Fighting Stigma Through Film", das sich besonders mit der Diskrimination beschäftigt, die Überlebende von Vergewaltigungen in Kriegsgebieten ertragen müssen.

"Ich glaube, dass der Film die Macht hat, uns in die Erfahrungen einer anderen Person auf eine solche Weise hineinzuversetzen, die einzigartig und anders ist", sagt sie. "Aber es ist eine ebenso wichtige Art, das Gespräch auf solche Themen zu lenken und zu sagen 'Ja, solche Dinge passieren oder passierten in meinem Land und wir müssen sie ansprechen'. Viel zu oft nach einem Krieg ist das Thema sexuelle Gewalt eines, über das niemand sprechen möchte, das unter den Teppich gekehrt wird. Und wenn niemand darüber redet, gibt es keine Gerechtigkeit und keine Heilung und keinen Abschluss."

Darum sollte sich wohl jeder eine Scheibe von Jolie abschneiden und das Thema zur Sprache bringen, egal wie ungemütlich und schwierig es sein mag.