Autoversicherung: Welche ist am günstigsten, was ist mit Zusatzfahrern?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Wer unzufrieden mit seiner Autoversicherung ist und meint, zu viel zu bezahlen, kann bis zum 30. November kündigen und sich eine andere Versicherung suchen. Stiftung Warentest hat jetzt untersucht, welche Versicherung die günstigste ist und wie Zusatzfahrer für möglichst wenig Geld mitversichert werden können.

Mit welcher Autoversicherung fahren Sie am besten? (Symbolbild: Getty Images)

Für das Magazin “Finanztest“ hat Stiftung Warentest insgesamt 150 Tarife für die Kfz-Haftpflicht und Kasko miteinander verglichen, die von 68 Versicherern angeboten werden. Der Test ergab ziemlich ernüchternd, dass Autoversicherungen immer teurer werden. Das liegt vor allem daran, dass auch die Autos und deren Reparatur immer teurer werden sowie die Elektronik umfangreicher.

Der Testsieger ist für Fahrer jeden Alters die günstigste Versicherung

Von allen 68 Versicherern landete die Deutsche Allgemeine (DA) auf dem ersten Platz, und das sowohl hinsichtlich der Haftpflichtversicherung als auch bei der Kfz-Haftpflicht mit Teil- oder Vollkaskoversicherung. Das Beitragsniveau ist hier durchgängig niedrig, unabhängig davon, ob der Versicherte ein 20-jähriger Fahranfänger ist oder bereits die 70 überschritten hat.

Rechte und Pflichten: So klappt die Schadensregulierung nach dem Unfall

Man muss nicht immer gleich die Versicherung wechseln

Ein weiterer Tipp der Experten: Man muss nicht immer die Versicherung wechseln, um Geld zu sparen. Laut Stiftung Warentest reicht es häufig schon, den Vertrag zu optimieren. Dies kann man zum Beispiel machen, indem man die Kilometerleistung anpasst, die viele Fahrer pauschal zu hoch angeben. Sparen kann auch, wer sein Auto in einer Garage unterstellt oder den Betrag im Ganzen jährlich überweist, statt jedes halbe oder viertel Jahr.

Einen Zusatzfahrer mit zu versichern, ist meist nicht günstig (Symbolbild: Getty Images)

Zusatzfahrer können ganz schön ins Geld gehen

Besonders hohe Kosten kommen meist dann auf die Versicherten zu, wenn der Fahrerkreis größer wird, weil zum Beispiel die Kinder erwachsen werden und das Auto mitbenutzen wollen. Weil bei jungen Leuten zwischen 18 und 24 Jahren das Unfallrisiko besonders hoch ist, verlangen manche Versicherer sogar das Doppelte des ursprünglichen Preises. Laut Stiftung Warentest gibt es in solchen Fällen zwei Möglichkeiten: Zusatzfahrer kann man entweder im Versicherungsvertrag angeben oder den Fahrerkreis nur kurzfristig erweitern.

Regelmäßig oder ab und zu?

Die erste Möglichkeit sollte man dann wählen, wenn das oder die Kinder das Auto regelmäßig benutzen wollen. Wird das Auto nur gelegentlich von Zusatzfahrern genutzt, die Grenze liegt hier bei den meisten Versicherern bei vier Wochen im Jahr, kommt man als Versicherter billiger weg, wenn man die Zusatzfahrer kurzfristig für einzelne oder auch mehrere Tage am Stück anmeldet. Bei manchen Versicherern kann man das telefonisch machen, bei anderen muss man sich vorher registrieren und eine App herunterladen.

Autoversicherung: Neue Typklasse für jeden vierten Autohalter

Die Württembergische Versicherung zum Beispiel bietet einen Zusatzschutz für andere Personen, der nach einem entsprechenden Telefonat, einer E-Mail oder WhatsApp sofort greift. Möglich ist das für höchstens 28 Tage im Jahr, wobei alle 28 Tage 89,95 Euro kosten oder einzelne jeweils 5,95 Euro.

Was passiert, wenn eine nicht angemeldete Person einen Unfall hat?

Der Schutz der Kfz-Versicherung bleibt grundsätzlich auch dann bestehen, wenn ein nicht angemeldeter Fahrer in einen Unfall verwickelt wird. In so einem Fall verlangen die Versicherungen aber häufig eine Strafzahlung in Höhe von einem oder auch zwei Jahresbeiträgen. Nach einem solchen Vorfall können die Versicherer auch den Vertrag kündigen.