Barack Obama: Die Welt wäre besser, wenn sie von Frauen regiert würde

Moritz Piehler
Freier Autor
Nicht nur die Frau an seiner Seite ist stark. Barack Obama traut Frauen auch in der Weltpolitik insgesamt mehr zu als Männern, sagte der ehemalige US-Präsident jetzt auf einem Forum in Singapur. (Bild: Olson/Getty Images)

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat eine klare Meinung zu politischen Fähigkeiten seiner weiblichen Kolleginnen. Wenn Frauen jedes Land der Welt regieren würden, gäbe es eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen auf dem Planeten, ist sich Obama sicher.

Bei einer Konferenz in Singapur sagte Obama, Frauen seien auch nicht perfekt aber “sie sind unumstritten besser als wir (Männer).” Über dieses Thema habe er sich schon viele Gedanken gemacht, während er selbst im Amt gewesen sei. In seinem eigenen Kabinett waren in seiner ersten Amtszeit ab 2009 bereits sieben der 22 Mitglieder weiblich, so viele wie nie zuvor.

“Ich bin mir absolut sicher,” sagte Obama auf dem Podium, “dass, wenn jede Nation der Welt für zwei Jahre von Frauen regiert werden würde, man bereits eine signifikante Verbesserung in allen Belangen erkennen könnte.” Vergleicht man Auftritte wie diesen mit den Äußerungen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trumps über Frauen, könnte der Unterschied kaum größer sein. Obama war auch der erste Präsident gewesen, der sich traute, sich als Feminist zu “outen”.

Allerdings hatte Obama vor knapp zwei Monaten auch viel Kritik einstecken müssen, als er sich gegen zu eindeutige “schwarz-weiß Malerei” und die aus seiner Sicht überkorrigierende “Woke”-Kultur aussprach. Nun folgte sein klares Bekenntnis zur Gleichberechtigung.

Bereit, das Zepter zu übergeben. Hier diskutiert Obama mit der Schauspielerin Yara Shahidi ("Black-Ish") bei einem Event seiner Stiftung in seiner Heimatstadt Chicago. (Bild: Scott Olson/Getty Images)

Die vielen positiven Kommentare zu den Statements des Ex-Präsidenten ließen nicht lange auf sich warten. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Amy Klobuchard bedankte sich im Namen aller Frauen bei Obama.


Obama schließt Politik-Comeback aus

Obama, der mit seiner Frau Michelle für Veranstaltungen der gemeinsamen Stiftung in Südostasien unterwegs war, sieht viele Probleme der Weltpolitik in den existierenden Strukturen. Oft läge der Unwille zu Veränderung daran, dass alte Menschen, meistens Männer an ihren Machtpositionen festhielten, sagte der Ex-Präsident. Obama ist selbst erst 58 und damit jünger als diverse demokratische Kandidaten, die sich im kommenden Jahr mit dem 73-jährigen Donald Trump messen werden. Doch Obama bleibt seiner eigenen Maxime treu.

Eine Rückkehr in die aktive Politik könne er sich nicht vorstellen: “Ich glaube daran, dass Anführer zur richtigen Zeit zurück treten sollten. “Es ist wichtig für führende Politiker sich daran zu erinnern, dass sie da sind, um ihre Arbeit zu erledigen. Es geht nicht darum, die eigene Macht oder sein eigenes Ego aufzupäppeln”, machte Obama klar. Barack Obama war nach seinen zwei Amtszeiten von 2009-2017 aus dem Amt geschieden und hat sich seither verhältnismäßig wenig in die Tagespolitik der USA eingemischt. Auch zu seinem Nachfolger äußerte er sich bislang relativ zurückhaltend in der Öffentlichkeit.

Obwohl sie für viele demokratische Wähler die Wunschkandidatin für eine Präsidentschaftskandidatur gewesen wäre, hat sich auch die ehemalige First Lady Michelle Obama schon mehrfach ablehnend zu Fragen nach ihrer zukünftigen politischen Rolle geäußert. Michelle, deren enge politische Beratung in den Anfangsjahren der Obama-Regierung oft von den Republikanern kritisiert worden war, kann sich eine eigene Karriere als Politikerin nicht vorstellen. Stattdessen nutzt das Paar seine Erfahrung und seinen Einfluss, um über ihre “Obama Foundation” politisch engagierten Nachwuchs auf der ganzen Welt zu fördern. Zu diesem Zweck waren die beiden nun auch in der vergangenen Woche in Singapur und Kuala-Lumpur.