Beauty-Hype: Skincare-Kühlschränke – muss man Beauty-Produkte wirklich kühlen?

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Schön sehen sie ja schon aus, die Mini-Kühlschränke, die gerade so oft auf Instagram zu sehen sind – doch warum stehen die bloß im Badezimmer? Was hinter dem Hype Beauty-Fridge wirklich steckt und welche Produkte man tatsächlich gekühlt lagern sollte. 

Beauty-Produkte: Was davon sollte in den Kühlschrank? (Symbolbild: Getty Images)

Meist rosa oder anders pastellfarben sind die kleinen Mini-Kühlschränke, die – so sieht man es zurzeit auf Instagram – offenbar in immer mehr Badezimmer einziehen. Darin enthalten: natürlich nur die besten und fotogensten Pflegeprodukte, die die Branche zu bieten hat. Schön sieht das aus und auch schön professionell – doch wie viel Sinn machen Beauty-Fridges für den normalen Konsumenten? Welche Produkte sollten tatsächlich gekühlt werden und was bringt das Ganze?


Generell gilt: Kühlung – ob nun punktuell oder flächendeckend eingesetzt – verringert Schwellungen und strafft die Hautoberfläche, was im Beauty-Bereich schon mal nicht falsch sein kann. Zudem verlängert eine kühle, dunkle Lagerung oft die Haltbarkeit von Produkten – das ist bei so viel Natur in der Kosmetik ohne Zusatzstoffe auch kein Nachteil. Trotzdem lohnt sich – besonders in Hinsicht auf die geringe Lagerfläche im Mini-Kühlschrank – ein Blick in die Tiefe, bei welchen Produkten Kühlung wirklich Sinn ergibt, wann sie nur ein Nice-To-Do ist und welche Produkte auch ohne Kühlung vollen Einsatz zeigen.

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Pflege-Tools

Pflege-Tools aus Porzellan oder Edelsteinen, wie etwa Jade-Roller oder der traditionelle Gua-Sha-Löffel, können gekühlt am besten ihre Wirkung entfalten: Durch die Massage mit den kühlen Oberflächen wird die Lymphdrainage gefördert und die Durchblutung angeregt – der Effekt ist ein ebenmäßiger Teint ohne Schwellungen und mit dem vielgewünschten “Glow“. Prädikat: Ab in den Kühlschrank!

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Masken

Masken, ob nun klassisch zum Auftragen oder in moderner Sheet-Form, haben meistens den Zweck, das Hautbild zu verbessern und den Teint frischer aussehen zu lassen. Den ultimativen Frischekick gibt’s, wenn die dünnen Folien- oder Gewebemasken vorher gekühlt werden. Auch Augenpatches, die Schwellungen unter den Augen und Fältchen verringern sollen, werden durch die Aufbewahrung im Kühlschrank zum schnellen Beauty-Booster.

Dürfen Parfüms in den Kühlschrank? (Symbolbild: Getty Images)

Düfte, Gesicht- und Körpersprays

Schade, denn auf Fotos sehen sie meistens am schönsten aus – doch im Kühlschrank haben Parfüm-Flakons nichts verloren. Zwar ist es dort kühl und dunkel, wie von den meisten Parfümeuren empfohlen, doch meist schon fast zu kalt und nicht trocken genug. Im schlimmsten Fall kippt der Duft. Anders sieht es bei den so genannten “Mists“ aus: Die Gesicht- und Körpersprays sind stark verdünnt und nur mit einem Hauch Parfum versetzt. Gut gekühlt wirken sie extra erfrischend. Die Faustregel lautet: Je höher der Wasseranteil (und je weniger Duft), desto mehr empfiehlt sich die Lagerung im Kühlschrank.

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Gesichtscremes

Creme fürs Gesicht und Augen kann gekühlt aufbewahrt werden, muss es in der Regel aber nicht. Die Kühlung kurz nach dem Auftragen kann dabei helfen, Poren zu minimieren und den Teint frischer aussehen zu lassen – wie stark der Effekt ist, hängt allerdings von der Zusammensetzung des jeweiligen Produkts ab. Auf dem Beipackzettel der Creme, den Websites der Hersteller oder im Store gibt es die besten Tipps für die individuelle Lagerung.

Probiotische Hautpflege und Produkte ohne Konservierungsstoffe

Probiotische Produkte arbeiten mit Mikroorganismen – deren Lebensdauer verlängert wird, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ab in den Beauty-Fridge damit also – direkt neben die meisten anderen Produkte ohne Konservierungsstoffe wie zum Beispiel Parabene. Diese haben ohne Kühlung eine geringere Haltbarkeit. Bei aus frischen Zutaten hergestellten Gesichtsmasken sollte die Kühlkette möglichst nur für den Heimweg vom Laden unterbrochen werden.

Viele bewahren Nagellack im Kühlschrank auf, aber sollte man das? (Symbolbild. Getty Images)

Nagellack

Der Klassiker und in ausgesprochen vielen Kühlschränken zu finden – dabei ist diese Lagerung für Nagellacke meist viel zu kalt! Bei Temperaturen zwischen 1 und 6 Grad Celsius werden die Lacke je nach Zusammensetzung dickflüssig und “ziehen“ im schlimmsten Fall Feuchtigkeit. Raus aus dem Kühler (vor Gebrauch mindestens eine Stunde “anwärmen“ lassen) und lieber im kühlen Schlafzimmer an einem dunklen Ort aufbewahren.

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