Begpacking: Was soll der neue "Lifestyle"?

Das Phänomen "Begpacking" (eine Wortneuschöpfung aus den englischen Worten "beg", also "betteln" und "backpacking", dem Rucksackreisen) scheint unter westlichen Reisenden immer normaler zu werden. Am häufigsten sieht man es in südostasiatischen Ländern wie Thailand, Vietnam, Laos und Kambodscha. Hier betteln junge Reisende bei Passanten um eine kleine Spende, mit der sie ihre Weiterreise finanzieren wollen.

Wer in den sozialen Medien nach dem Hashtag #begpacking sucht, stellt schnell fest, dass sich dieses Verhalten zu einem – sehr zweifelhaften – "Lifestyle" entwickelt hat. Die Ironie hinter dieser kurzzeitigen Lebensweise ist, dass die westlichen "Begpacker", die auf der Straße sitzen und nach Kleingeld der Einheimischen fragen, ihre privilegierte Position komplett vergessen, die sie überhaupt erst auf den Flug ins Zielland gebracht hat.

Das Problem ist mittlerweile so groß geworden, dass staatliche Stellen schon dazu übergegangen sind, bei der Einreise den finanziellen Status der Touristen zu überprüfen. Wer beispielsweise in Thailand den Flughafen verlassen will, muss laut CultureTrip nachweisen, dass er mindestens 20.000 Baht (rund 595 Euro) als "Show Money" besitzt. "Thailand hat genug von den Backpackern, die auf den Straßen betteln und so hat die Regierung begonnen, von Touristen einen Nachweis zu verlangen, dass sie ihre Reise selbst finanzieren können."

Nicht alle betteln einfach nur, viele spielen auch Musik, verkaufen Schmuckstücke oder Fotografien, trotzdem ist das Verhalten, von den meist eh schon schwachen Wirtschaften und der armen Bevölkerung in den südostasiatischen Ländern Geld zu verlangen, anstatt es als Reisender im Land auszugeben, doch sehr zweifelhaft.