Begpacking: Warum der neue Reisetrend so abstoßend ist

Angelika Zahn
Freie Journalistin

Es gibt einen neuen Trend in Sachen Reisen und den finden vermutlich die meisten ganz schön daneben: Privilegierte Menschen betteln auf der Straße um Geld, um sich ihre Reise finanzieren zu können.

Begpacking ist der neue Reisetrend (Bild: Instagram/mtaufikzoelkifli)

Reisen ist toll, aber eben auch teuer. Bisher war deshalb klar: Wer sich in den Flieger setzt, um fremde Länder zu erkunden, der muss das nötige Kleingeld vorher angespart haben. Oder es in irgendeiner Form von “Work & Travel“ unterwegs erarbeiten.

Doch nun gibt es einen neuen Trend mit dem Namen “Begpacking“. Der Begriff ist eine Mischung aus den Wörtern “to beg“ (deutsch: betteln) und “Backpacking“ (deutsch: Rucksackreise). Konkret bedeutet das, dass sich die Weltreisenden in anderen Ländern auf die Straße setzen oder stellen und um Geld betteln, um sich ihren Trip finanzieren zu können.

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Manchmal lassen sich die Begpacker auch noch etwas einfallen, verkaufen zum Beispiel selbstgemalte Bilder, singen oder bieten “Free Hugs“ (deutsch: “kostenlose Umarmungen“) an. Und trotzdem: Es bleibt Betteln.

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Warum wir das so verwerflich finden? Um das mal klarzustellen: Nichts spricht dagegen, einen “Low Budget“-Urlaub zu machen und sich zum Beispiel von A nach B von jemandem mitnehmen zu lassen, der sowieso in dieselbe Richtung fährt. Aber andere um ihr hartverdientes Geld für einen Gratis-Urlaub anzuschnorren, weil man selbst zu faul zum Arbeiten oder Sparen ist? Geht gar nicht.

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Außerdem ist es respektlos gegenüber den Menschen, die betteln, weil sie keine andere Wahl haben und nur so überleben können. Auf Instagram tauchten Bilder von Begpackern auf, die sich offenbar bewusst in die Nähe von Obdachlosen gesetzt hatten, um mehr Mitleid zu erregen.

Ebenso mies: Oft behaupten die Luxus-Schnorrer, sie wären ausgeraubt worden und kämen ohne Geld nicht mehr nach Hause. Ein leicht zu durchschauender Trick: Rückflugtickets werden meist im Voraus gebucht und sind online abrufbar. In einem wirklichen Notfall würde außerdem die Botschaft helfen.