Berater: Großbritannien wird ohne Umsteuern Klimaziele verfehlen

LONDON (dpa-AFX) - Ohne eine deutlich bessere Wärmedämmung von Häusern und einen Kurswechsel in der Landwirtschaft wird Großbritannien einem aktuellen Fortschrittsbericht zufolge seine Klimaschutzziele verfehlen. Das sogenannte Climate Change Committee, das für das Parlament eine jährliche Bestandsaufnahme der Klimapolitik durchführt, nannte die weitgehend ausbleibende effiziente Dämmung von Häusern "schockierend" - nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch angesichts steigender Energiepreise.

Hätte man entsprechende Dämmungen weiter gefördert wie noch vor zehn Jahren, läge die durchschnittliche Stromrechnung britischer Haushalte heute etwa 40 Pfund (rund 46 Euro) niedriger, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Auch in der Landwirtschaft gebe es keine angemessenen Pläne, um klimaschädliche Emissionen einzusparen. Stattdessen setze man im Landwirtschaftsministerium auf "Wunschdenken". Ohne drastisches Umsteuern in diesen beiden Sektoren sei Großbritanniens Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, nicht zu erreichen.

Die britische Regierung erklärte, bereits weiter auf dem Weg Richtung Klimaneutralität zu sein als andere vergleichbare Staaten.

In vielen Sektoren bescheinigen die unabhängigen Berater der britischen Regierung durchaus solide Ziele, die allerdings noch nicht ausreichend durch konkrete Maßnahmen und Gesetze untermauert würden. "Großbritannien kann stolz darauf sein, die besten Ziele gesetzt zu haben. Aber ich mache mir Sorgen, dass es keinen überzeugenden Plan gibt, diese umzusetzen", sagte der Vorsitzende des Gremiums, John Selwyn Gummer, der BBC. "Ich mache mir ernsthaft Sorgen, dass wir nicht schnell genug handeln, um eine Klimakatastrophe abzuwenden." Die Regierung solle ihre Bemühungen, die Lebenshaltungskostenkrise abzufedern, mit ihrem Streben nach Klimaneutralität kombinieren.

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