Bericht: Avast-Tochterfima verkauft massenhaft Browser-Daten

teleschau

Eine Tochterfirma der Avast-Gruppe verkauft offenbar detaillierte Browser-Chroniken von Nutzern der Antiviren-Software. Die Namen der mutmaßlichen Käufer lassen aufhorchen.

Ein Tochterunternehmen der Avast-Gruppe verkauft offenbar massenhaft Browser-Daten von Nutzern der Avast-Antiviren-Software. Dies ergab eine gemeinsame Recherche von "PCmag" und "Vice". Demnach veräußere die Firma Jumpshot Surf-Chroniken an große Unternehmen. Einige der Kunden sollen Millionen US-Dollar für ein Produkt namens "All Clicks Feed" bezahlt haben, bei dem das Nutzer-Verhalten besonders detailliert protokolliert würde.

Bereits im Dezember war bekannt geworden, dass Avast mithilfe von Browser-Erweiterungen die gesamte Surf-Chronik seiner Nutzer speichert und an eigene Server schickt. Mozilla, Google und andere blockierten daraufhin die entsprechenden Add-ons von AVG in ihren Browsern.

Avast beteuert, dass die Daten nicht auf einzelne Nutzer zurückführbar seien. Allerdings, so heißt es in dem Bericht, seien die von Jumpshot erfassten Daten so detailliert, dass eine Anonymisierung schlichtweg nicht möglich sei. Name, E-Mail- oder IP-Adresse würden zwar entfernt, allerdings seien sämtliche Datensätze mit einer Geräte-ID versehen. Sollte ein Nutzer also Webseiten einer der Käufer besuchen, müsse lediglich besagte ID abgeglichen werden. Laut eigenen Angaben besitzt Jumpshot Daten von über 100 Millionen Geräten. Nach Angaben von Avast haben die Antiviren-Produkte 435 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Möglicherweise handelt es sich dabei auch um die Anzahl der Betroffenen.