Bestattung im Weltraum: So geht's

In der Zukunft werden Weltraumreisen möglich sein, so viel scheint sicher zu sein. Während einige darüber diskutieren, ob man einen Aufzug bauen oder auf dem Mars siedeln soll, planen andere schon, die Asche ihrer Geliebten in den Orbit zu schicken.

Am 3. Dezember 2018 wurden die kremierten Überreste von 100 Menschen mit einer Rakete des Typs SpaceX Falcon 9 in die Erdatmosphäre gesendet. Die Asche befindet sich an Bord des Elysium Star 2, einem Satelliten des US-amerikanischen Weltraumbestattungs­unternehmens Elysium Space. Das in San Francisco sitzende Unternehmen gab an, dass die Familien rund 2.500 US-Dollar bezahlten, um einen Teil der Asche in den Weltraum zu schicken. Und Elysium Space ist nicht die einzige Firma, die diesen Service anbietet!

Das Phänomen nennt sich „Weltraumbestattung" und kann sowohl für Menschen als auch für Tiere arrangiert werden. Entgegen dem allgemeinen Glauben wird hierbei die Asche nicht wirklich im Weltraum verstreut. Sie tragen also nicht zum Weltraummüll bei. Die Asche bleibt anscheinend im Satelliten, bis dieser entweder wieder in die Erdatmosphäre eintritt und dabei verglüht, eine andere außerirdische Destination wie den Mond erreicht oder das Sonnensystem verlässt und in den Weltraum entschwindet. Es gibt auch „Schnupperfahrten“, bei denen die Aschekapseln nicht in den Orbit eintreten, sondern bei suborbitalen Höhenforschungsraketen mitgeführt werden. Sie kehren dann an einem Fallschirm, mit der Nutzlast der Rakete, auf die Erde zurück.

Kontrovers diskutiert wird die Tatsache, dass die Asche getrennt wird (es werden nur ein bis sieben Gramm der Asche in Kapsel mitgeführt), da laut der International Cremation Federation (ICF) gilt: „Die Asche einer Person ist grundsätzlich unteilbar“. Der verbleibende Teil der Kremationsasche wird also auf der Erde bestattet.

Dieses Mal befinden sich an Bord des Satelliten die Überreste von Militärveteranen und Weltraumenthusiasten, aber auch die Asche solcher, deren Familien ihnen die Ehre erweisen wollten, sie mit den Sternen zu vereinen. Die Angehörigen können die Bewegung der Asche an Bord des vier Zoll großen, quadratischen Satelliten (einem "Cubesat") Elysium Star 2 mithilfe einer App verfolgen. Für etwa vier Jahre wird der Satellit die Erde umkreisen.

 

 

Eine solche App scheint die ganze Poesie der Geste, jemanden den Sternen in die Hände zu legen, ein wenig zu zerstören, aber Celestis, ein anderes Weltraumbestattungsunternehmen, verspricht: "Es gibt keine ansprechendere Gedenkfeier für jemanden, der Sciencefiction liebt, das Universum bewundert oder einfach gerne eins mit dem Kosmos sein würde."

Die Sterne haben auch schon einige Stars gesehen. Beispielsweise wurden Teile der Asche des "Star Trek"-Schöpfers Gene Roddenberry im Jahr 1997 in die Erdumlaufbahn geflogen. Auch "Raumschiff Enterprise"-Schauspieler James Doohan (er spielte Scotty) ließ sich zusammen mit den Aschekapseln von 320 anderen im Weltraum bestatten.

Wie das alte eben Sprichwort sagt: Asche zu Asche, Sternenstaub zu Sternenstaub.