Bestnote für Kreativität: Japanische Studentin schreibt mit unsichtbarer Tinte

Antonia Wallner
Freie Autorin

Für gute Noten tun manche Studenten alles: lernen bis zum Umfallen, beim Professor betteln oder mit geschickten Spickzetteln etwas nachhelfen. Eine japanische Studentin der Ninja-Geschichte überlegte sich eine sehr kreative Methode, um die Bestnote für ihre Arbeit zu kriegen. Mit Erfolg.

Eine japanische Studentin überraschte ihren Dozentin, indem sie mit unsichtbarer Tinte schrieb. (Symbolbild: Getty Images)

Eimi Haga war schon als kleines Kind von der japanischen Ninja-Kultur fasziniert. Ihr Interesse wuchs, so dass sie sich schließlich mit 19 an der Universität Mie in Ninja-Geschichte einschrieb. Irgendwann kam dann die Aufgabe, über einen Besuch im Ninja Museum von Igaryu zu schreiben.

“Als der Professor eröffnete, dass man extra Punkte für Kreativität bekommt, wollte ich mich mit meinem Essay von allen anderen abheben“, erzählte die Studentin der “BBC”. “Ich dachte lange nach und kam schließlich auf Aburidashi.“

Ein Essay mit unsichtbarer Tinte

Aburidashi ist in der Ninja-Kultur die Kunst, unsichtbare Tinte herzustellen. Eimi Haga beschloss, einen Versuch zu wagen. Das Verfahren war schon ziemlich aufwendig: Die Studentin weichte Sojabohnen über Nacht ein, zerdrückte sie und filterte den Extrakt der Bohnen über ein Küchentuch heraus. Dann musste sie den Bohnenextrakt solange mit Wasser mischen, bis die Konzentration zum Schreiben stimmte. Laut der “BBC” brauchte Haga allein dafür zwei Stunden.

Doch am Ende glückte es ihr und sie schrieb ihr Essay über den Museumsbesuch komplett mit der fertigen Tinte. Sobald ihre Worte trockneten, waren sie unsichtbar. Damit ihr Professor das augenscheinlich leere Blatt Papier nicht in den Müll warf, fügte Haga noch eine Notiz in normaler Tinte dazu. Sie schrieb bloß: “Bitte das Papier aufheizen!“.

Hochverdiente Bestnote

Denn nur so wurde der Text wieder sichtbar. Sowas kennt man sonst nur aus Agenten-Filmen. Hagas Professor war jedenfalls begeistert. “Ich habe schon codierte Essays bekommen, aber noch nie eins in Aburidashi. Ich hatte meine Zweifel, ob alle Wörter lesbar sind, aber als ich das Papier über meinem Gasherd erhitzte, war alles wunderbar. Da dachte ich: ‘Gut gemacht’“.

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Ihre gute Note hat Eimi Haga also hochverdient. Sie selbst gibt sich gegenüber der “BBC” bescheiden: “Ich hoffte, dass der Dozent zumindest meine kreativen Mühen bewerten würde. Der Inhalt des Essays war im Vergleich zur Ausführung nicht wirklich der Rede wert.“

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