Bikini-Model Kate Wasley entlarvt Photoshop-Wahnsinn auf Instagram

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Kate Wasley setzt sich für die Abschaffung eingeschränkter Schönheitsideale ein – jetzt postete sie ein spektakuläres Video. (Bild: Abel Fermin/REX/Shutterstock)

Bikini-Model Kate Wasley zeigt in einem beeindruckenden Video, wie schnell sich ein paar Pfunde durch wenige Klicks wegzaubern lassen. Doch das Ganze ist keine Werbung für ein Bildbearbeitungsprogramm, sondern vielmehr eine ernstzunehmende Warnung.

Kate Wasley ist ein gut gebuchtes Model und schaffte es dieses Jahr sogar in das legendäre “Swimsuit Issue” der “Sports Illustrated” – in der Branche eine echte Adelung. Mit 24 Jahren hat sie es in den Model-Olymp geschafft und könnte sich nun eigentlich ganz in Ruhe im Glanz ihres Erfolgs sonnen. Doch die 24-Jährige ist lieber unbequem. Denn Wasley hat eine Mission: Sie setzt sich gegen Body-Shaming ein.


“Man braucht so wenig Zeit, um ein Foto zu verändern und so wenig Zeit, um dich mit der veränderten Realität zu vergleichen, die wir ständig auf Instagram sehen. Es mag Photoshop sein, es mag eine Pose sein, es mag sein, dass die Person, mit der du dich vergleichst komplett anders gebaut ist und ein ganz anderer Body Type ist. Wenn du dich mit jemandem online vergleichst, hast du dich selbst wahrscheinlich in deiner schlimmsten Version im Kopf und vergleichst dich mit den besten Fragmenten aus dem Leben eines anderen, die dieser mit der ganzen Welt teilt. Jeder vergleicht sich in irgendeiner Art und Weise, aber es ist so oft kein fairer Kampf. Instagram ist nicht das echte Leben!“

Mit einem Instagram-Post machte sie auf die immer extremer werdende Retuschier-Sucht in den sozialen Netzwerken aufmerksam. In dem Video sieht man ein Bild von ihr, das sich nach einem kurzen Moment wandelt und so erkennbar macht, was alles bearbeitet wurde. Hier eine Delle weg, da ein Falte weniger und der Busen wird mit einem Klick praller. Dazu schreibt die Australierin: “Es braucht so wenig Zeit, um ein Foto zu verändern” und macht zum Ende ihres Appells ganz deutlich: “Instagram ist nicht das echte Leben!“


“Wo es alles angefangen hat. Wir haben dieses Bilder als Freundinnen  gepostet, die am Wochenende gemeinsam ausgehen, es wurde oft gerepostet und die Kontroverse startete. Du hast dich selbst dünner gephotoshopped und deine Freundin dicker, was bist du nur für eine Freundin? War einer der Kommentare, das brach mir das Herz, denn Kate und ich sind beste Freunde warum sollte ich das tun? Der Umstand, dass ein einfaches Bild von zwei Menschen zusammen nur wegen ihrer Körperformen viral gegangen ist, schockierte mich… So wurde @andy.body-co erschaffen, denn niemand sollte mit so etwas konfrontiert werden oder überhaupt so wahrgenommen werden. Alles, was ich hier sehe, sind zwei Frauen. Nicht eine “dünne” Frau und eine “kurvige” Frau. Hört auf einander zu vergleichen und akzeptiert, dass jede Person auf ihre ganz eigene Weise schön ist.“

Dass die Leute viel vergleichen, musste die Australierin Wasley am eigenen Leib erfahren, noch bevor sie berühmt wurde. Zu Bildern mit ihrer besten Freundin Georgia Gibbs posteten Follower beleidigende Kommentare – lediglich weil die eine Kleidergröße 44 trägt und die andere 36. Um den Body-Shamern den Kampf anzusagen, eröffneten die beiden Models den gemeinsamen Instagram-Account @any.body_co, der mittlerweile über 250.000 Follower hat. Hier zeigen sie sich und andere Frauen, die keinem vorgegeben Schönheitsideal folgen, sondern einfach sie selbst sind.


“Problemzonen: Hirn, denn es glaubt an die verzerrte, eingeschränkte Wahrnehmung von Schönheit.“

Auch auf ihrem eigenen Profil beschäftigt sich Wasley mit “Body Positivity“ und Selbstakzeptanz. Immer wieder macht sie deutlich, dass das auf Instagram weitgehend geltende Schönheitsideal und die vorgetäuschte Perfektion nichts als ein kleines viereckiges Bild in einem Foto-Feed ist. Wie schnell man das verändern kann, hat Kate Wasley mit ihrem Clip eindrucksvoll bewiesen.