Bitcoin: Programmierer verliert Passwort für Zugang zu 220 Millionen US-Dollar

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 2 Min.

Dass man ein Passwort vergisst, kommt schon mal vor. Auch einem Mann in den USA ist das passiert. Das Blöde an seiner Situation: Er hat damit den Zugang zu Bitcoins im Wert von 220 Millionen US-Dollar verloren.

Metallic Bitcoin symbol with financial chart over dark background. Horizontal composition with selective focus and copy space.
Symbolbild: Getty Images

Darüber können allenfalls Außenstehende lachen, für die Betroffenen dürfte das alles andere als lustig sein. Stefan Thomas ist ein Betroffener. Der in Deutschland geborene, im US-Bundessstaat Kalifornien lebende und arbeitende Programmierer verfügt über 7.002 Bitcoins. Er wäre also im Besitz von mehr als rund 220 Millionen US-Dollar, umgerechnet knapp 181 Millionen Euro. Ja "wäre", denn Thomas hat dummerweise das Passwort verdaddelt, das ihm den Zugang zu dem vielen Geld gewähren würde.

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Denn der Experte fürs Digitale hat den analogen Zettel verloren, auf dem er das Passwort für das Speichergerät notierte, das wiederum den digitalen Schlüssel enthält für das so genannte Cyber Wallet. Auf der elektronischen Plattform lagern die Tausende Bitcoins, auf die Thomas nicht zugreifen kann. Was die Sache für ihn noch ärgerlicher macht, wenn man das so angesichts einer solchen Situation formulieren kann: Er hat nur eine begrenzte Anzahl an Versuchen, das richtige Passwort einzugeben.

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Denn mit IronKey, so der Markenname des Speichergeräts, hat ein Nutzer insgesamt zehn Chancen, das richtige Passwort einzutippen. Thomas hat es schon acht Mal probiert. Tippt er also noch zwei Mal daneben, sind die Bitcoins für immer weg. Kein Wunder, dass der Informatiker gerade von Sorgen geplagt wird. "Ich liege im Bett und denke darüber nach", sagt er der US-Zeitung New York Times, die über seinen Fall am 12. Januar berichtet hat. "Dann gehe ich mit einer neuen Strategie an den Computer und es funktioniert wieder nicht und ich bin wieder verzweifelt."

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Ob es für ihn ein Trost ist, dass sein Schicksal manch anderer Bitcoin-Besitzer teilt? Laut der Datenfirma Chainalysis gelten 20 Prozent der insgesamt 18,5 Millionen Bitcoins, die derzeit im Umlauf sind, entweder als verloren oder als unzugänglich. Deren Besitzer dürften sich ähnlich fühlen wie Thomas. Der hofft übrigens, mit einer neuen Strategie an seine Bitcoins zu gelangen. Er hat sein IronKey zu einer "sicheren Einrichtung" gebracht, wie die New York Times schreibt. Nun will er warten – bis Kryptographen eines Tages vielleicht eine neue Möglichkeit entdeckt haben, wie man auch die komplexesten Passwörter entschlüsselt.

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