Der Black-Girl-Guide zum Rasieren

Khalea Underwood

Du musst dir nicht die Haare entfernen – es ist schließlich dein Körper (und dein Körperhaar), also mach, wie es dir gefällt. Für diejenigen, die sich fürs Rasieren entscheiden, kann das allerdings eine ganz schön nervige Angelegenheit sein. Besonders, weil Körperhaar so schnell nachwächst. Manchmal hast du keine Zeit für einen Termin beim Waxing oder Lust, mehrere Laser-Sessions einzuplanen. Ganz abgesehen davon, dass beide Optionen im Vergleich zur guten alten Dreifachklinge immer noch ganz schön teuer sind.

Schwarze Haut braucht allerdings oft eine Extraportion Pflege, um beim Rasieren geschützt zu werden. Denn Personen of Color (POC/BPOC für Black Person of Color) haben nach der Rasur häufig mit trockenerer Haut und eingewachsenen Härchen zu kämpfen.Wir haben mit den Dermatologinnen Dr. Heather Woolery-Lloyd und Dr. Rosemarie Ingleton gesprochen und sie gefragt, was du tun kannst, um deine Haut ebenmäßig und glatt für den Sommer zu bekommen. Hier sind ihre Tipps.

Bereite deine Haut richtig vor

Dr. Ingleton empfiehlt ein leichtes Peeling, bevor du dich an die Rasur machst. Ein Peeling-Waschlappen oder ein natürliches Zuckerpeeling sind dafür genau das richtige. Außerdem solltest du einen Rasierschaum benutzen, der reichhaltig ist und deine Haut mit Feuchtigkeit versorgt. „Meide stark parfümierte Produkte und suche nach beruhigenden Inhaltsstoffen wie Glycerin und Aloe“, sagt Dr. Ingleton.

Was den Rasierer angeht, solltest du dich nicht von den gängigen Werbeversprechen für Fünffachklingen verführen lassen. „Rasierer mit nur einer Klinge sind tatsächlich sicherer. Viele Klinge führen hingegen öfter zu Rasierbrand“, so Dr. Ingleton. Außerdem solltest du deine Rasur immer für nach einer warmen Dusche planen. Dann nämlich sind deine Poren geöffnet und dein Haar ist ein wenig weicher. Rasiere in Wuchsrichtung und vermeide, mehrfach über die selbe Stelle zu gehen, da das zu Irritationen führen kann.

photographed by Nicole Maroon; produced by Sam Nodelman.

Bei dunklen Achseln

Dunkle Achseln können eine Reihe von Ursachen haben: Vererbung, Allergien oder Hyperpigmentierung. Und rasieren macht sie noch dunkler. „Ein weiterer Faktor ist Reibung“, sagt Dr.Ingleton. „Entweder aufgrund ständiger Rasur oder auch der Kleidung, die du trägst.”

Zum Glück sind dunkle Achseln ja nichts Schlimmes. Wenn du die Haut unter den Armen aber trotzdem etwas entlasten möchtest, empfiehlt Dr. Woolery-Lloyd dauerhafte Haarentfernung durch Laser. Falls du dir das nicht leisten kannst, empfiehlt sie einen Besuch bei deine*r Dermatolog*in, die dir eine aufhellende Creme verschreiben kann.

photographed by Ashley Armitage; produced by Lorenna Gomez-Sanchez; modeled by Lorlei Black; produced by Megan Madden.

Falls du eingewachsene Härchen hast

Diese blöden Pickelchen treten auf, wenn dein Haar unter der Haut eingeschlossen wird. Das passiert bei lockigem Haar besonders schnell. Bei dunkler Haut scheinen sie schwarz, sodass du sie nur schwer verdecken kannst. Um sie zu vermeiden, solltest du einen Nassrasierer gegen einen elektrischen oder einen Barttrimmer einzutauschen, rät Dr. Woolery-Lloyd. Dr. Ingleton sagt außerdem, dass es die Möglichkeit gibt, dir von eine*r Dermatolog*in ein äußerliches Antibiotikum verschreiben zu lassen, um Entzündungen zu vermeiden. Falls dir dieser Schritt zu radikal erscheint, gibt es noch weitere freiverkäufliche Lotionen, die deine Haut nach der Rasur beruhigen.

Photographed by Rockie Nolan.

Wenn deine Beine fahl aussehen

Es gibt eine Reihe von Ursachen für trockene Haut, zum Beispiel Umwelteinflüsse, Exzeme oder Schuppenflechte. Rasieren kann das Problem tatsächlich noch verstärken. Wenn du fahle Haut loswerden möchtest, solltest du auf Rasierschaum ohne einen hohen Alkoholgehalt setzen und auf Duschgel, das keinen Schaum oder Bläschen wirft. Dr. Ingleton erklärt: „Ich sage Patient*innen mit trockener Haut immer, dass ihre Hautpflege schon in der Dusche oder dem Bad beginnt. Hier wird die Grundlage geschaffen und eine milde Seife oder eine feuchtigkeitspendende Lotion kann Wunder wirken.“

Photographed by Brayden Olson.

Wenn dich „Reibeisenhaut“ plagt

Keratosis Pilaris, besser als „Reibeisenhaut” bekannt, sind kleine, harte Knötchen, die durch eine Verhornungsstörung auftreten können. „Durch die Bildung von zu viel Keratin wird die Öffnung des Haarfolikels verschlossen und es bildet sich ein Knötchen“, so Dr. Ingleton. Das tritt vor allem am Oberarm oder der Hinterseite deiner Oberschenkel auf, also genau den Stellen, an denen du dich vielleicht öfter mal rasierst. Bei der Rasur werden die Knötchen verletzt, was zu dauerhafter Narbenbildung führen kann.

Es mag zwar verführerisch sein, aber das letzte, was du machen solltest, ist die Knötchen aufzukratzen oder an ihnen herumzudrücken. Dr. Woolery-Lloyd empfiehlt stattdessen ein Peeling mit Glycolsäure oder einen Luffaschwamm, damit sich die abgestorbenen Hautschüppchen lösen. Falls es geht, solltest du außerdem nicht zu heiß duschen und dich für lauwarmes Wasser entscheiden.

Photographed by Nicole Maroon.

Bei dunklen Flecken auf den Armen und Beinen

Dunkle Flecken sind meist das Resultat von eingewachsenen Haaren und Rasierpickeln. Während die Entzündung mit der Zeit nachlässt, bleiben die Flecken häufig als hyperpigmentierte Stellen zurück. Dr. Ingleton erzählt: „Die meisten Patient*innen kommen mit diesem Problem in meine Praxis. Dunkle Flecken und Melasmen treten oft dort auf, wo die Haut der Sonne besonders ausgesetzt ist.“ Sobald die Haut einmal entzündet ist und Sonnenstrahlen auffängt, schalten sich die pigmentproduzierenden Zellen, die sogenannten Melanozyten, ein und produzieren mehr Melanin, weshalb die Flecken dunkler werden, erklärt Dr. Woolery-Lloyd.

Wenn du an den Strand gehst, solltest du deine Haut auch mit Hüten, Regenschirmen und Sonnenbrillen schützen. „Ich bemühe mich, das Stigma um die Bedeutung von Sonnencreme bei BPOC zu brechen“, sagt Dr. Ingleton. „Wir brauchen mehr Bewusstsein darüber, wie wir diese Hautprobleme verhindern können, weil sie auch uns betreffen. Und Sonnenschutz ist ein zentrales Instrument, um sie zu verhindern.“

Photographed by Ashley Armitage.

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