Blau statt grün: Dieses kleine Detail lässt Jugendliche Apple-Geräte kaufen

·Freie Autorin
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Die Farbkodierung, die Apple seinen iMessages verpasst, veranlasst Jugendliche offenbar dazu, von Android-Smartphones zu iPhones zu wechseln.

Dazugehören um jeden Preis - das fängt für Jugendliche bei der Farbe der Textnachrichten an (Symbolbild: Getty Images)
Dazugehören um jeden Preis - das fängt für Jugendliche bei der Farbe der Textnachrichten an (Symbolbild: Getty Images)

Exklusivität spielt beim Marketing und der Produktgestaltung von Apple eine große Rolle. Dies geht so weit, dass iMessages von Android-Nutzern auf einem iPhone in einer anderen Farbe angezeigt werden, als solche von Apple-Geräten: iMessages, die von einem Smartphone von Samsung, Huawei und anderen Marken verschickt werden, sind grün anstatt blau hinterlegt.

Und offenbar geht diese Strategie von Apple auf: Wie "The Wall Street Journal" berichtet, wird es unter Jugendlichen nicht selten zum Statusindikator, in welcher Farbe die iMessages beim Empfänger ankommen. In der Reportage beschreiben Schüler und Studenten, dass grüne Nachrichten von vielen als negativ empfunden würden. Bei nicht wenigen Jugendlichen baue dies Druck auf, sich ein iPhone anzuschaffen.

Wer grün ist, ist sozial inkompatibel - selbst beim Dating

So beschreibt eine 19-Jährige, dass sie für ein Uni-Projekt auf ein Android-Smartphone habe wechseln müssen und danach "eine Art Zwang" bemerkt habe, schleunigst wieder zu Apple zurückzukehren. Als dies geschehen war, habe sie ein Gefühl der Erleichterung verspürt, "wieder blau" zu sein.

Nur blau ist gut: Jugendliche lassen sich von der Farbe der Textnachrichten zum Handykauf inspirieren (Symbolbild: Getty Images)
Nur blau ist gut: Jugendliche lassen sich von der Farbe der Textnachrichten zum Handykauf inspirieren (Symbolbild: Getty Images)

Selbst beim Thema Beziehung scheint das Smartgerät eine Rolle zu spielen. Eine Master-Studentin aus New York schildert, dass sie von Freunden und ihrer Schwester verspottet worden sei, als sie über eine Dating-App jemanden kennenlernte, der seine Nachrichten von einem Android-Smartphone verschickte. Das Wort "ekelhaft" sei gefallen, als sie sagte: "Oh mein Gott, seine Nachrichten sind grün."

Apple ist sich dessen bewusst

Im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen Apple und Epic Games kam laut "Wall Street Journal" indes ans Licht, dass sich der Technik-Riese dieses Effekts durchaus bewusst ist. Interne Recherchen hätten nicht nur ergeben, wie viele von Apples Kunden iMessage nutzen - etwa 85 Prozent tun dies mindestens einmal pro Monat - sondern auch, welche Methoden der Konzern nutzt, um seine User an sein exklusives System zu binden.

Darum dreht sich auch die Klage von Epic Games: Apple blockiere iMessaging-Versionen für Android, heißt es seines des Spieleherstellers. Dass die Exklusivität von Apple allerdings nicht felsenfest ist, zeigt eine kürzliche Lockerung dieser: Als in der Corona-Krise Video-Calls nahezu unerlässlich für die Kommunikation wurden, gab Apple FaceTime-Anrufe auch für Android frei.

Und dass eine solche Strategie nicht immer aufgeht, zeigt das Beispiel Blackberry, deren eigenständiges System auf Dauer nicht zu Begehrlichkeiten, sondern zur Marktunfähigkeit führte: Seit wenigen Tagen schaltete Blackberry seine Smartphone-Dienste ab.

Video: iPhone 15: Apple soll auf SIM-Karten verzichten

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