Blaue Hunde in Russland aufgetaucht: Fellfarbe gibt Rätsel auf

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Sieben Straßenhunde mit blauem Fell wurden in der russischen Stadt Dserschinsk gefunden. Bislang ist nicht geklärt, wie die Anomalie entstehen konnte. Erste Untersuchungen aber zeigen: Den Tieren geht es soweit gut.

Zwei der blauen streunenden Hunde, die vergangene Woche in einer russischen Stadt aufgetaucht sind, wurden wohl bereits adoptiert. Foto: REUTERS / Anastasia Makarycheva
Zwei der blauen streunenden Hunde, die vergangene Woche in einer russischen Stadt aufgetaucht sind, wurden wohl bereits adoptiert. Foto: REUTERS / Anastasia Makarycheva

In der russischen Stadt Dserschinsk, rund 360 Kilometer östlich von Moskau gelegen, geben seit einiger Zeit bunte Straßenhunde Rätsel auf. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, ist dort vor einiger Zeit ein rosa Hund gesichtet worden. Vergangene Woche sind nun sieben blaue Hunde aufgetaucht – Fotos der Tiere gehen derzeit um die ganze Welt.

Alle Testergebnisse bislang im Normbereich

Online rufen die Bilder dabei unterschiedliche Reaktionen hervor: Manche finden die bunten Felle niedlich, andere äußern Bedenken, dass die Tiere gefährdet oder krank sein könnten.

Das wurde zwischenzeitlich auch untersucht: Alle sieben Hunde wurden gefangen und in eine Tierklinik gebracht. Reuters hat daraufhin den leitenden Tierarzt, Ilya Kazakov, befragt.

Alle Hunde haben Appetit und zeigen keine Zeichen von Erkrankungen. Foto: REUTERS / Anastasia Makarycheva
Alle Hunde haben Appetit und zeigen keine Zeichen von Erkrankungen. Foto: REUTERS / Anastasia Makarycheva

Der sagte: „Den Tieren geht es gut. Sie sind fit, sie wollen fressen und trinken.“ Aber um sicherzugehen, seien zusätzlich Kot-, Fell- und Blutproben genommen und toxikologische Tests durchgeführt worden. Bislang seien aber alle Daten im Normbereich gewesen.

Bereits zwei Adoptionen

Weil es sich um Straßenhunde handelt, werden die Tiere jetzt noch gegen Tollwut geimpft und sterilisiert. Nach den Operationen – und sollten keine besorgniserregenden Untersuchungsergebnisse dazukommen – werden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen.

Zumindest die meisten: Denn zwei der Hunde haben, wohl auch dank der öffentlichen Aufmerksamkeit, bereits neue Besitzer*innen gefunden.

Sind Chemieabfälle schuld?

Bislang gibt es nur Vermutungen, wieso sich das Fell der Tiere verfärbt haben könnte. Aufgegriffen wurden sie in der Nähe einer stillgelegten Plexiglasfabrik. Dort könnten sie möglicherweise mit Chemieabfällen in Kontakt gekommen sein. Diskutiert wird laut der Moskow Times, ob die Tiere in Kupfersulfat gefallen sind.

Die Fellfarben der Hunde sind unterschiedlich intensiv blau gefärbt. Foto: REUTERS / Anastasia Makarycheva
Die Fellfarben der Hunde sind unterschiedlich intensiv blau gefärbt. Foto: REUTERS / Anastasia Makarycheva

Deshalb hat sich zwischenzeitlich der Vorsitzende des Umweltausschusses, Wladimir Burmatow, in den Fall eingeschaltet: Er fordert eine sofortige Aufklärung, ob die fraglichen Substanzen für den Menschen gefährlich sein könnten.

In einem Interview mit dem Radiosender Goworit Moskwa sagte er, dass auch die Staatsanwaltschaft informiert worden sei. Sie werde nun untersuchen, ob es sich um ein ernsthaftes Umweltproblem handle.

Video: Feuerwehr befreit Hund aus Felsspalte