10 Fragen, die Sie Ihrem Kind nie stellen sollten

Kennen Sie das? Ihr vierjähriger Sonnenschein redet ohne Punkt und Komma: Nach dem Kindergarten dürfen Sie wilden Fantasiegeschichten lauschen, beim Playmobil spielen erweckt Ihr Nachwuchs die unterschiedlichen Figuren sprachlich zum Leben und liefert sich selbst unglaubliche Dialoge und zwischendrin immer wieder ein "Mama, schau…!", "Mama, weißt du…!", "Mama, kannst du…?" Für Sie gibt es nur selten Gelegenheit, den Redefluss Ihres Sprösslings zu stoppen, um sich Gehör zu verschaffen. Wählen Sie Ihre Fragen deshalb mit Bedacht. Die folgenden zehn können Sie deshalb getrost vergessen. Sie sind reine Zeitverschwendung!

Kleine Kinder leben oft in ihrer eigenen Welt (Foto: ddpimages)
Kleine Kinder leben oft in ihrer eigenen Welt (Foto: ddpimages)

1. Musst du aufs Klo?
In neun von zehn Fällen erkennen Sie als Mutter, dass Ihr Kind aufs Klo muss: Es zappelt unruhig hin und her, hält sich gelegentlich die Hand in den Schritt oder macht andere, für Sie untrügliche Bewegungen. Das Problem ist nur: Ihr Kind ist wahrscheinlich gerade in ein Spiel vertieft, das es nicht unterbrechen will. Es hat keine Zeit, aufs Klo zu gehen oder merkt nicht mal, dass es muss. Wenn Ihr Kind auf Ihre Frage, ob es zur Toilette muss überhaupt reagiert, dann garantiert mit "nein" — auch wenn es zwei Minuten später in die Hose macht. Am besten Sie gehen zu Ihrem Kind, nehmen es an der Hand und sagen ohne lange zu fragen: "Wir gehen jetzt schnell aufs Klo!"

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2. Und WARUM willst du nicht?
Sie möchten mit Ihrer Familie einen schönen Ausflug machen, aber Ihr Kind will entweder gar nicht erst los oder weigert sich vor Ort in das Ausflugsschiff, die Gondel oder den Bummelzug zu steigen. Wenn Sie jetzt drängen und entnervt fragen "WARUM denn nicht???", spitzt sich die Lage wahrscheinlich zu. Mehr als ein "So halt nicht!" werden Sie Ihrem Kind sowieso nicht entlocken. Jetzt müssen Sie Fingerspitzengefühl beweisen und der Totalverweigerung durch andere Fragen auf die Spur kommen: Vielleicht hat Ihr Kind keine Lust auf eine langweilige Autofahrt oder es will einfach (auch einmal) in Ruhe zu Hause spielen. Wenn Sie ein eher vorsichtiges Kind haben, will es vielleicht auch nicht in ein Gefährt einsteigen, mit dem es noch nie zuvor gefahren ist, auch wenn Sie als Eltern denken "Das macht doch allen Kindern Spaß!" In diesen Fällen arbeitet die zunehmende Lebenserfahrung Ihres Kindes mit Ihnen Hand in Hand. Schon bald kann Ihr Kind solche Situationen besser einschätzen und wird vielleicht bereits ein paar Wochen später problemlos mit einsteigen.

3. Hörst Du jetzt bitte auf damit?
Sie sind auf einer schicken Hochzeit eingeladen, wollen sich mit Mann und Kind von der besten Seite zeigen und bitten Ihren kleinen Raubauken vorsichtshalber schon einmal eindringlich, sich gut zu benehmen. Meist klappt es dann garantiert nicht. Der Kleine macht nur Blödsinn, krabbelt unter den Tischen herum, trommelt mit der Gabel auf den teuren Teller oder fährt - begleitet von selbstproduzierten, lauten Motorengeräuschen - mit seinem Spielzeugauto haarscharf am Kuchenbuffet entlang. Immer wieder raunen Sie Ihrem Kind im genervten Flüsterton ein "Hörst Du jetzt auf damit?!!!?" zu. Der Erfolg ist gleich null. Im Gegensatz zu den eigenen vier Wänden wäre Ihnen in dieser Umgebung eine mögliche Eskalation mit Ihrem Sprössling unangenehm - deshalb erziehen Sie mit angezogener Handbremse! Das merkt Ihr Kind und nimmt Sie nicht ernst. Wechseln Sie den Schauplatz. Gehen Sie mit Ihrem Sprössling nach draußen, weg von Seidentischdecken und teurem Porzellan. Ihr Kind kann etwas Dampf ablassen, Sie haben Gelegenheit mehrmals tief einzuatmen und die Lage entspannt sich für alle Beteiligten. Der Rest der Feier kann dann nur besser werden.

4. Warst du das?
Ihre schöne Vase liegt in unzähligen Einzelteilen auf dem Boden. Vor den Scherben sitzt Ihre kleine Tochter auf dem Bobbycar. Außer Ihnen und Ihrer Tochter befindet sich sonst niemand im Raum. Die Frage "Warst du das?" erübrigt sich, zumal die Antwort darauf sicher abenteuerlich klingen wird. Wahrscheinlich ist die Vase von selbst umgefallen, der Bruder, der gerade auf dem Klo sitzt, soll es gewesen sein oder Außerirdische, der Hund vom Nachbarn oder der Teddy sind die Übeltäter. Vielleicht hat Ihre Tochter Angst davor, geschimpft zu werden und lügt deshalb oder sie will ausprobieren, wie weit sie mit Schwindeln kommt. Besser Sie fragen "Wie ist das denn passiert?" Das klingt nicht gleich so anklagend und darauf können Sie eine ehrliche Antwort erwarten.

5. Was willst du essen?
Mit Sicherheit ist die Antwort: "Nuddeln mit Ketchup, Pizza oder Pommes". Nicht gerade das, was Sie hören wollen, oder? Also fragen Sie erst gar nicht! Versuchen Sie Ihr Kind immer wieder an neue Speisen heranzuführen und hören Sie nicht auf, gegen die einseitigen Vorlieben Ihres Kindes zu kämpfen! Wenn Sie Ihr Kind beteiligen wollen, dann lassen Sie es zwischen zwei von Ihnen akzeptierten Gerichten auswählen.

6. Hast du gehört was ich gesagt habe?
Wenn Ihr Kind nicht gerade taub ist, hat es akustisch sehr wohl vernommen, dass Sie etwas gesagt haben. WAS Sie gesagt haben, ist dagegen nicht angekommen, weil Ihr Kind gerade in seiner eigenen Welt ist und hingebungsvoll spielt. Wollen Sie sicher gehen, dass Ihr Kind wirklich hört was Sie sagen, müssen Sie zu Ihrem Kind gehen. Stellen Sie Körperkontakt her, in dem Sie Ihre Hand auf die Schulter Ihres Kindes legen, gehen Sie in die Hocke, schauen Sie Ihrem Schatz in die Augen und wiederholen Sie, was Sie gesagt haben. Jetzt hat Ihr Kind sicher auch verstanden, was Sie von ihm wollen.

Kinder, die in ihr Spiel vertieft sind, hören nicht was Mama sagt (Foto: ddpimages)
Kinder, die in ihr Spiel vertieft sind, hören nicht was Mama sagt (Foto: ddpimages)

7. Bist du müde?
Egal wie spät es ist, egal wie oft Ihr Kind in den letzten Minuten gegähnt hat… Ihre Frage "Bist du müde?" wird garantiert immer mit "nein" beantwortet werden. Kinder wollen nie ins Bett. Sie haben Angst, etwas zu verpassen!

8. Weißt du eigentlich, wie spät es schon ist?
Es ist fünf nach acht, Sie wollten längst mit Ihrer Tochter auf dem Weg zum Kindergarten sein, aber sie trödelt und will sich nicht anziehen. Die Frage "Weißt du eigentlich, wie spät es ist?" bringt Sie dabei kein Stück weiter! Kinder haben kein Zeitgefühl und können mit dem Zeitdruck Erwachsener nichts anfangen. Je mehr Druck Sie mit Fragen wie dieser aufbauen, umso mehr riskieren Sie, dass Ihre Tochter auch noch einen Trotzanfall bekommt. Ist das der Fall, müssen Sie mindestens weitere zehn Minuten einplanen, bis Sie endlich los kommen. Vielleicht haben Sie einen kleinen Trick auf Lager, z.B. könnte die Lieblingspuppe beim Anziehen helfen.

9. Hebst du dir die Gummibärchen für später auf?

Kurz vorm Mittagessen machen Sie mit Ihrem kleinen Schatz noch ein paar Erledigungen: Bäcker, Metzger, Apotheke… Garantiert wird Ihrem Kind überall etwas zu Essen angeboten - Gummibärchen, Gelbwurst, Traubenzucker. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind sich die Süßigkeiten bis nach dem Mittagessen aufhebt. Kleine Kinder können das nicht! Wollen Sie nicht, dass Ihr Kind vor dem Mittagessen etwas isst und sich damit den Appetit verdirbt, müssen Sie diese Situationen vermeiden.

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10. Tut es dir leid?
Einfühlungsvermögen und wirkliches Mitgefühl mit anderen Menschen lernen Kinder erst nach und nach im Kindergartenalter. Vorher stehen Ihre eigenen Bedürfnisse im Vordergrund. Das kann dann auch bedeuten: Sandkastenfreund Leon hat einen tollen Bagger, Ihr Sohn holt ihn sich ohne Rücksicht auf Verluste und hat auch kein Problem damit, dass Leon dann weint. Als Mutter sollten Sie Ihrem Sohn erklären, dass er sich nicht einfach nehmen kann, was er möchte, dass man sich entschuldigt und dass er den Bagger zurückgeben muss. Dass es Ihrem Sohn wirklich leid tut, was er gemacht hat, können Sie in den ersten Jahren nicht erwarten.