Massage: Knetkunst gegen Rückenschmerzen

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Asiatische Knetkünste erobern die Spas und Rehapraxen unserer Breitengrade. Der westliche Klassiker kommt vielleicht etwas weniger philosophisch daher als die fernöstlichen Lockerungsstrategien, ist aber nicht minder technisch elaboriert. Ost oder west? Ayurveda-, Thai-, Reflexzonen-, Hot Stone-, Shiatsu- oder „Schwedische Massage"? Wir haben einen Experten gefragt, was unserem Rücken am meisten entspannt.

Heilsam für Geist und Seele: Eine entspannende Massage (Bild: Thinkstock)

Genereller Unterschied zwischen asiatischen und westlichen Ansätzen: Während man im Osten physische Blockaden größtenteils auf psychische Blockaden zurückführt, konzentriert man sich im Westen ohne große Umwege auf Muskeln, Sehnen und Gelenke. Die asiatischen Massageformen versuchen zunächst die Ursachen der Schmerzen zu ergründen, die klassische westliche Lehre ist bestrebt, unmittelbar die Symptome zu lindern.

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„Die Ayurvedische Lehre zielt auf die Philosophie des Lebens, die Massagen dienen überwiegend der Reinigung und der Befreiung des Körpers von Negativem", weiß Experte Axel Großhans, Inhaber des Massage-Zentrums Chivasom in Pforzheim. „Bei Shiatsu wird der Bewegungsapparat durchgearbeitet. Durch sanften Druck der Meridiane und Akupunkturpunkte werden Blockaden im Körper gelöst damit die Energie wieder ungehindert fließen kann, das regt auch die Selbstheilungskräfte an," ergänzt Großhans.

Passiv-Yoga und heiße Steine
Thai- Massage bedient sich aus dem Yoga übernommen Dehnbewegungen und Streckpositionen, die der Therapeut ausführt. Gelenkmobilisationen und Druckpunktmassagen ergänzen die passive Asana-Stunde. Bei der Hot-Stone Massage bilden konzentriert gesetzte Wärmequellen den Kern der Behandlung. Auf 60 Grad erhitzte Steine werden auf dem Körper platziert und geben konstant entspannende Wärme auf malträtierte Rückenregionen ab. Auch eine Reflexzonenmassage in Teilbereichen des Körpers, kann bei Rückenschmerzen Linderung verschaffen. Sie versteht sich ebenfalls als Druckpunktmassage — konzentriert sich allerdings nur auf bestimmte Punkte an Händen und Füßen. Obwohl nur lokal die Durchblutung angeregt wird, kann trotzdem der ganze Organismus angesprochen und behandelt werden.

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Fuß- und Handreflexzonenmassage gehört zu den „reflektorischen Massageformen". Deren Effekte sind, im Gegensatz zu den oben beschriebenen Varianten mit „direkter Wirkung", medizinisch nicht nachgewiesen. Also Vorsicht: Auch wenn viele Patienten berichten, dass ihnen durch Stimulation von Reflexbögen geholfen werden konnte, sind bisher nur wenige Therapeuten von der Krankenkasse zugelassen.

Und welche ist nun die Beste für mich?
Zunächst sollte man in jedem Fall abklären woher die Schmerzen kommen. Sind Sie nur „büroverspannt" oder sehnen sich nach einer kleinen Auszeit für den rasenden Geist? Dann suchen Sie sich aus dem Massageprogramm eines Spas oder Wellnesscenters einfach die Behandlung, die Sie am meisten anspricht. Denn, wenn Sie sich wohlfühlen, fällt Loslassen leichter. Plagen Sie ernsthafte Schmerzen? Dann sollten Sie unbedingt auf die Behandlungsempfehlung eines Orthopäden oder Physiotherapeuten vertrauen. So stellen Sie sicher, dass Sie optimal behandelt werden und nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Denn in medizinisch relevanten Fällen zahlt meist die Krankenkasse.

Die maßgeschneiderte Ideallösung
Auf lange Sicht zählt die richtige Mischung. Denn: Eine General-Empfehlung welche Methode die Beste ist, gibt es nicht. „Jeder ist anders und auch die Ursachen sind bei jedem anders" findet Experte Axel Großhans. Er hat bei Rückenleiden sehr gute Ergebnisse mit Shiatsu erzielt, es ist ihm dennoch wichtig individuell zu arbeiten und die Massagen zu kombinieren. So eine „maßgeschneiderte Behandlung" ist, vorausgesetzt der Behandelnde versteht sein Handwerk, die Ideallösung.