Yoga-Arten: Welcher Stil passt zu mir?

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Bikram, Sivananda, Ashtanga — Yoga-Arten gibt es viele. Welcher Stil für Sie geeignet ist, hängt ganz davon ab, was Sie sich von den Übungen versprechen, ob es eher sportlich, spirituell oder wie in der Saune zugehen soll. Wir verraten Ihnen, was sich hinter den exotischen Begriffen verbirgt. Da ist für jeden Yogi und jede Yogini etwas dabei!

Bei den zahlreichen Yoga-Arten gibt es wesentliche Unterschiede (Bild: thinkstock)

Ziel der indischen Bewegungslehre ist es generell, Körper, Geist und Seele in Harmonie zu vereinen und so zu stärken. Je nach Yoga-Art werden jedoch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Wir verraten Ihnen, welche:

Hatha
Hatha bedeutet Kraft, Energie, und steht in diesem Zusammenhang für ein sehr körperbezogenes Yoga. Die sportlichen Übungen, sogenannte Asanas, werden mit Atemtechnik (Pranayama) und Tiefenentspannung (Yoga Nidra) kombiniert, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Hatha gilt als klassisches Yoga, auf dessen Basis viele neue Arten entwickelt wurden. Im Zentrum stehen sechs Hauptübungen für den Körper, die Shatkriyas. Sie sollen von Innen reinigen und kräftigen. Hatha Yoga gehört zu den anerkannten Bewegungs- und Entspannungstherapien, die auch von den Krankenkassen unterstützt und angeboten werden.

Sivananda
Hier sind Sie richtig, wenn es Ihnen weniger um die körperliche Fitness geht, als um ganzheitliches Yoga. Deshalb ist Sivananda auch besonders für Anfänger geeignet: Sie sollten bei einem Kurs gut mithalten können. In einer Stunde werden 12 sanfte Posen in einer festgelegten, fließenden Reihenfolge wiederholt, um die Chakren, die Energiezentren des Menschen, in Schwung zu bringen. Nach der Lehre von Swami Vishnudevananda basiert Sivananda auf fünf Prinzipien: Neben den Asanas spielen Atemübungen und Tiefenentspannung eine ebenso wichtige Rolle wie bewusste Ernährung und Meditation.

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Ashtanga

Power steht hier an erster Stelle, denn beim Ashtanga-Yoga geht's vor allem um Kondition und die richtige Atemtechnik. Bei den sehr körperorientierten Übungen spielen ähnlich wie beim Jivamukti-Yoga die kontinuierlichen Bewegungen eine große Rolle. Beide zählen auch zu den Hatha-Richtungen. Im Gegensatz zum Jivamukti ist Ashtanga aber eine sehr alte Yogaform, die zwischen 200 und 300 n. C. von Patanjali niedergeschrieben wurde. Sie gilt als erste systematische Darstellung des Yogasystems in Schriftform. Wer Anstrengung nicht scheut und etwas über die Wurzeln des Yoga lernen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Jivamukti
Sie wollen beim Yoga ordentlich ins Schwitzen kommen? Dann ist Jivamukti Ihr Ding! Die Dynamik steht im Vordergrund — wie beim Ashtanga- spricht man auch beim Jivamukti-Yoga vom Power-Yoga. Zu den anstrengenden Übungen läuft Musik, die Asanas werden flott und im Fluss ausgeführt. „Meditation in Bewegung" lautet die Devise. Der Yogastil wurde 1984 basierend auf den klassischen Lehren von Sharon Gannon und David Life entwickelt. Die intensiven Übungen liegen heute voll im Trend. Zahlreiche Promis schwören auf die schweißtreibende Entspannung.

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Bikram

Zu dick einmummeln sollten Sie sich für den Kurs nicht — und mindestens ein Handtuch dabei haben! Fitte Saunagänger dürften sich beim „Hot Yoga" besonders wohl fühlen. Diese Yoga-Art basiert auf der Lehre der Hatha-Schule. Um den Praktizierenden richtig einzuheizen, herrscht beim Bikram-Yoga eine Raumtemperatur von 38 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 40 Prozent. Das Prozedere besteht aus 24 Hatha-Yoga-Übungen und zwei Atemübungen. Der indische Guru Bikram Choudhury pickte sich diese aus mehr als 800 Asanas heraus und ließ sich die Abfolge sogar patentieren. Seine Methoden haben zahlreiche Anhänger, die bei ihrer Ausführung ein Stück durch die Hölle gehen, um sich danach wie im Himmel zu fühlen.

Vinyasa

Diese Yoga-Art hat seine Wurzeln im Ashtanga-Yoga. In Ruhe ausgeführte dynamisch-fließende Bewegungen werden mit bewusster Atmung kombiniert. Die Atmung gibt den Takt vor: Die Übungen werden durch das jeweilige Ein- und Ausatmen getragen und gehen fließend ineinander über. Die einzelnen Asanas verbinden sich so auf ganz natürliche Weise zu einer Serie. Für Yoga-Liebhaber, die die Sache gewissenhaft, aber ruhig angehen wollen.

Luna
Die sanfte Yoga-Form ist vor allem für Frauen geeignet, da die Übungen speziell auf den weiblichen Körper abgestimmt sind. Viele davon stärken die Beckenbodenmuskulatur, auch mit dem Ziel, die Hormone zu regulieren und den weiblichen Zyklus positiv zu beeinflussen. Prämenstruelle Symptome können genauso gelindert werden wie Menstruationsbeschwerden. Außerdem werden bestimmte Reflexzonen stimuliert, um Sexualorgane in eine ausgewogene Tiefenentspannung zu versetzen. Eine abschließende Meditiation und Traumreisen sollen zur ganzheitlichen Harmonie beitragen.

Iyengar

Ihnen ist die stoische Beschäftigung mit ihrem Körper zu langweilig? Dann probieren Sie's mal mit Iyengar-Yoga, das macht die ganze Sache etwas verspielter. Hier kommen neben eigener Körperkraft auch Holzblöcke, Gurte, Bänke, Polster oder Decken zum Einsatz. Besonders Anfänger und Personen, die körperlich etwas eingeschränkt sind, sind dankbar für die kleinen Hilfsmittel. Sie machen die exakte Ausführung der Asanas ein bisschen leichter.

Kundalini
Diese Variante steht vor allem im Zeichen des Geistes. Stressgeplagte sind hier sehr gut aufgehoben, soll die spirituelle Yoga-Art doch Balsam für die Seele sein. Das heißt aber nicht, dass körperliche Anstrengung gänzlich außen vor bleibt. Die Posen werden sogar absichtlich lange gehalten, nur ist dies nicht als Kraftakt gedacht, sondern um den Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Hier (be)wahren Sie Haltung! Beim Kundalini-Yoga singen die Teilnehmer mitunter auch Mantren, das soll die Entspannung zusätzlich fördern.

Partner-Yoga
Lust auf Yoga im Duo? Asanas gehen mit einem Partner oft leichter von der Hand oder sorgen für ein noch intensiveres Gefühl beim Dehnen. Statt sich nur auf die eigenen Bewegungsabläufe zu konzentrieren, bekommen die Übungen durch den gegenseitigen Körperkontakt eine ganz neue Form von Dynamik. Die neue Bewegungslust — auch „Moveeasy" genannt -, vermittelt vor allem Bewegungsfreude. Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein bisschen Offenheit, Spaß und natürlich einen Partner ihres Vertrauens.