Muss man neue Unterwäsche vor dem Tragen wirklich waschen?

Leben

Die neue Unterwäsche sitzt perfekt und sieht auch hinreißend aus. Am liebsten würden Sie sie gleich anbehalten. Aber hygienisch ist das nicht, oder? Andererseits sind BH und Slip doch neu, da müssten die Kleidungsstücke doch erst recht frisch und sauber sein! Ist der Waschgang vor dem Tragen also wirklich notwendig?

Neue Unterwäsche ist frisch gewaschen gleich noch schöner (Bild: thinkstock)

Die Unterwäsche vor dem Kauf anprobieren – das ist vor allem unter Frauen üblich. Schließlich will man auf Nummer sicher gehen, dass der BH auch richtig sitzt und der Slip nicht irgendwo unbequem einschnürt. Eben aus diesem Grund kann es gut sein, dass Sie nicht die erste und einzige sind, die die Dessous tragen. Und nicht jede Kundin lässt beim Anprobieren ihre eigene Unterwäsche noch drunter.

Neu gekauft heißt nicht frisch und sauber

Allein deshalb sollte man die Wäschegarnitur nach dem Kauf einmal waschen. Denn neu gekauft bedeutet nicht notwendigerweise frisch und sauber, weiß auch Philip M. Tierno. Er ist Professor für Mikrobiologie und Pathologie an der New York University School of Medicine. Der Akademiker entdeckte bei Untersuchungen von Unterwäsche auf Krankheitserreger sogar einmal Menstruationsblut. Keine schöne Vorstellung.

Krankheitserreger können lauern

Doch selbst wenn Sie die einzige sind, die im Laden die Unterwäsche anprobiert hat – vorab sind Höschen, BH und Bodys schon durch zahlreiche Hände gegangen. Etwa beim Verpacken in der Fabrik. Oder wenn Angestellte im Geschäft die Unterwäsche wieder ausgepackt haben, um sie auszustellen. Oder wenn Kunden sich die Dessous näher angucken wollten, dann aber wieder weglegten. Dadurch können Keime wie Staphylokokken oder der Norovirus auf die Kleidung gelangen.

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Fühlt sich eine Person nach einer gerade überstandenen Magen-Darm-Erkrankung fit genug zum Shoppen, kann es gut sein, dass sie beim Einkaufen Krankheitserreger auf der Wäsche hinterlässt. Je nach Pathogen können diese bis zu sechs Monate auf der Wäsche überleben.

Chemikalien bei Herstellungsprozess im Einsatz

Aber nicht nur wegen lauernder Krankheitserreger ist es wichtig, neue Unterwäsche vor dem Tragen zu waschen. Beim Herstellungsprozess von Textilien ist der Einsatz von Chemikalien üblich. So wird die Baumwolle auf den Feldern zum Schutz vor Insekten mit Pestiziden besprüht, die dann in das Gewebe mit eingearbeitet werden. Auch bei der Synthesefaser-Verarbeitung spielen Chemikalien eine große Rolle: oft werden Nylon, Acryl, Polyester und Spandex noch mit Schimmelbekämpfungsmitteln besprüht. Auch chemische Farbstoffe, Weichmacher, Fixier- und Flammschutzmittel können beim Prozess Verwendung finden.

Allein die Vorstellung, dass diese über die Unterwäsche auf der Haut landen, ist nicht besonders prickelnd. Richtig unangenehm wird es, wenn die Chemikalien für Juckreiz, Ausschläge oder Entzündungen im Genitalbereich sorgen.

Bevor Sie diese unerfreulichen Effekte in Kauf nehmen, verpassen Sie Ihrer Unterwäsche lieber einen Waschgang. 



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