Schlafstörungen: Wo sie herkommen und wie sie wieder verschwinden

Sie sind hundemüde — doch kaum liegen Sie im Bett, sind Sie plötzlich wieder hellwach? Oder Sie wachen morgens auf, haben eigentlich ausreichend geschlafen, fühlen sich aber trotzdem wie gerädert? Kommt das über mehrere Wochen häufiger vor, könnte es sich um ernsthafte Schlafstörungen handeln. Woher diese kommen und was man dagegen tun kann, erfahren Sie hier.

Schlafstörungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben (Bild: thinkstock)
Schlafstörungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben (Bild: thinkstock)


Es gibt verschiedene Gründe für nächtliches Herumwälzen, stündliches Aufschrecken und morgendliche Aufwach-Qualen — kurz: für Schlafstörungen. „Oft sind sie organisch bedingt, zum Beispiel durch Atemstörungen, unruhige Beine, Schmerzen oder einen Infekt", erklärt Schlafmediziner Dr. Peter Geisler gegenüber Yahoo! Lifestyle. Die Störungen können aber auch durch psychische Belastungen hervorgerufen werden — beruflicher Stress, anstehende Prüfungen oder Liebeskummer sind häufige Ursachen. Im schlimmsten Fall werden die Beschwerden chronisch.

Genauso unterschiedlich wie die Schlafstörungen sind auch die Behandlungsmethoden. Bei chronischen Störungen bietet sich laut Geisler eine kognitive Verhaltenstherapie an: In der Regel ist das eine Gruppentherapie, in der das Schlafverhalten geprüft, über Folgen der Störungen informiert und die Schlafhygenie des Patienten, also seine individuellen Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, analysiert und verbessert werden. „Oft reichen schon sechs bis acht Sitzungen, denn diese Therapieform hat sich als hoch effektiv erwiesen", so der Schlafmediziner. „Bei akuten und kurzzeitigen Beschwerden, die eine eindeutige Ursache haben, kann man kurzzeitig Schlafmittel einnehmen."

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Der Gedanke, Schlafmittel zu nehmen, ist Ihnen nicht geheuer? Dann versuchen Sie es doch zuerst einmal mit den folgenden natürlichen Müdemachern:

Anti-Stress-Maßnahmen
Sie zählen und zählen und zählen — bis die Schäfchenherde die gefühlte Fünf-Millionen-Grenze erreicht hat? Sollte ein hektischer Tag ohne Atempausen hinter Ihnen liegen, ist das kein Wunder. Dann gilt es, den Stress gezielt abzubauen, bevor es in die Federn geht. Zum Beispiel in Form eines warmen Vollbades. Achten Sie dabei jedoch dringend auf die Temperatur — zu heißes Wasser ist nicht schlaffördernd, am besten ist Körpertemperatur. Badezusätze wie Hopfen, Lavendel, Melisse oder Baldrian wirken zusätzlich entspannend. Auch autogenes Training oder Meditieren vor dem Schlafengehen können helfen.

Bewegung an der frischen Luft
Wer den ganzen Tag über vor dem Rechner sitzt und sich nicht viel bewegt, sollte vor dem Einschlafen noch einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen. Sie trauen sich im Dunkeln nicht mehr alleine nach draußen? Dann machen Sie bei geöffnetem Fenster ein paar Gymnastikübungen. Aber bitte kein Schwarzenegger-Training so kurz vor dem Schlafengehen: Zehn Minuten gemütliches Gehen oder leichte Übungen reichen völlig aus — sonst wird der Kreislauf zu sehr angekurbelt. Und Sie sind wieder hellwach.

Müde trinken
Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte am besten ganz die Finger von koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee und Cola lassen. Wer meint, ohne nicht leben zu können, sollte zumindest nach 15 Uhr darauf verzichten. Als Müdemacher vor dem Schlafengehen bieten sich heiße Milch mit Honig oder Kräutertee aus Lavendel, Baldrian, Frauenmantel, Johanniskraut und Rosenblüten an.

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Auf den richtigen Rhythmus kommt es an
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn wir regelmäßig essen, bleibt unsere Verdauung im Gleichgewicht. Und wenn wir zu einigermaßen gleichbleibenden Zeiten zu Bett gehen und morgens aufstehen, kann sich unser Körper besser auf einen ruhigen Schlaf einstellen. Von beidem hängt unser körperliches Wohlgefühl ab. Ist es in Balance, wirkt sich das auch positiv auf den Schlaf aus.

Glotze aus!
Wer bis kurz vor dem Schlafengehen in den Fernseher starrt oder gar vor der Glotze einschlummert, braucht sich nicht zu wundern, wenn der nächtliche Schlaf unruhig ausfällt. Denn die bewegten Bilder nisten sich in unserem Kopf ein und halten uns so davon ab, im wahrsten Sinne des Wortes abzuschalten und die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten. Am besten den Fernseher mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen ausmachen und stattdessen lieber lesen. Das aber bitte nicht in der Horizontalen, denn Ihr Körper soll wissen, dass dies die Position ist, in der er rasch einschlummern soll.

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