Anti-Vergewaltigungshose soll bei sexuellen Übergriffen schützen

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Lifestyle - Mode

Ob auf Reisen, beim nächtlichen Nachhauseweg oder Spaziergängen durch verlassene Gegenden: Gerade in Situationen, in denen Frauen alleine unterwegs sind, kommt es immer wieder zu Vergewaltigungen. Eine amerikanische Firma möchte ihnen dabei helfen, sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen, und hat zu diesem Zweck eine Kollektion an Spezial-Kleidung entworfen, zu der auch eine Anti-Vergewaltigungshose zählt.

Die entwickelten Slips, Shorts oder Sporthosen kann die Trägerin nur selbst ausziehen. Ein reiß- und schnittfestes Material soll verhindern, dass Angreifer eine geplante Vergewaltigung vollziehen können. Aber ist der Verkauf von Anti-Rape-Wear wirklich der richtige Weg, um sich mit einem weltweiten Problem zu befassen? Seit das New Yorker Unternehmen AR Wear versucht, bei der Crowfunding-Plattform Indiegogo Geld für die Produktion seiner vergewaltigungssicheren Wäsche zu sammeln, wird diese Frage im Netz (erneut) heftig diskutiert. Die Befürworter sind zahlreich, doch es gibt auch Gegenstimmen.

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Entsprechende Bekleidung mache Frauen zu Opfern, heißt es - und beleuchtet damit kritisch jene Sichtweise, "richtige" oder "falsche" Wäsche als Kriterium dafür zu betrachten, dass eine Vergewaltigung verhindert oder provoziert werden kann. Zudem fange ein sexueller Übergriff schon zu einem viel früheren Zeitpunkt an. Sei ein Angreifer bei der Unterwäsche angelangt, habe er sich schließlich schon längst des Körpers seines Gegenübers bemächtigt. Zudem sei zu überlegen, ob es nicht sogar Aggressionen schüren könne, wenn ein potenzieller Vergewaltiger ein Kleidungsstück nicht öffnen kann. Unter Umständen seien dann sogar schlimmere Verletzungen auf Seiten der Trägerin zu erwarten.

Ruth und Yuval, die beiden Ideengeber von AR Wear, sind indes fest von der Sinnhaftigkeit ihrer Kollektion überzeugt und verteidigen die Anti-Vergewaltigungsmode in ihrem Finanzierungsgesuch bei Indiegogo wie folgt: "Wir haben das Produkt entwickelt, damit Frauen und Mädchen über den Ausgang eines sexuellen Übergriffes mehr Macht haben." Man wolle in Situationen, in denen die Angst vor einer möglichen Vergewaltigung besonders groß ist, mehr Sicherheit bieten. Darüber hinaus sende die Trägerin der Anti-Rape-Wear im Falle eines Angriff die unmissverständliche Botschaft, einer sexuellen Handlung nicht zuzustimmen. Einer Tatsache seien sich die Unternehmer mehr als bewusst: "Kein Produkt allein kann das Problem lösen, dass es Gewalt gegen Frauen gibt." Im Idealfall könne ihre Erfindung die erhebliche Anzahl an Vergewaltigungen aber senken...