Sexsomnie: Hemmungslos im Schlaf

Es gibt Menschen, die während der Tiefschlafphase bei sich selbst oder ihrem Bettgenossen Hand anlegen — sich am nächsten Morgen aber an nichts erinnern können. Unter Sexsomnie leiden mehr Menschen als gedacht. Der Großteil der Betroffenen ist männlich.

Sexsomnie: Hemmungslos im Schlaf (Bild: thinkstock)
Sexsomnie: Hemmungslos im Schlaf (Bild: thinkstock)


Es klingt wie eine ziemlich schlechte Ausrede für die nächtlichen Übergriffe auf die Liebste. Doch Sexsomnie ist eine anerkannte Schlafstörung, auf die ein Mensch ähnlich wenig Einfluss hat wie auf das Umherwandeln oder Sprechen im Schlaf. Wie eine kanadische Studie ergab, war oder ist jeder zehnte Mann und jede 25. Frau davon betroffen.

Was dabei passiert

Sexsomnie tritt laut Matthew Walker, Professor am National Hospital for Neurology and Neurosurgery in London, überwiegend in den ersten Stunden nach dem Einschlafen auf — während der sogenannten Tiefschlafphase. "Zu diesem Zeitpunkt schaltet sich der Cortex aus — die denkende, planende Bewusstseins-Region des Gehirns", erklärte er gegenüber "Daily Mail".

"Aber das Stammhirn, der Teil, der für die elementaren Bedürfnisse verantwortlich ist, bleibt weiterhin aktiv. In dieser Phase handelt eine Person, die unter Sexsomnie leidet, komplett hemmungslos." Da der aktive Teil des Gehirns gedächtnislos ist, haben die Betroffenen nach dem Aufwachen alles wieder vergessen.

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Mögliche Auslöser

Untersuchungen haben ergeben, dass Sexsomnie häufig vorkommt, wenn sich zwei Partner das Bett teilen — die sexuellen "Übergriffe" häufen sich aber auch, wenn der Betroffene gerade besonders viel Stress hat oder unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss steht. Bei Personen, die schon früher Erfahrungen mit Schlafwandeln oder Sprechen im Schlaf gemacht haben, ist die Wahrscheinlichkeit ebenfalls höher.

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Was man dagegen tun kann
In Extremfällen kann Sexsomnie medikamentös behandelt werden. Walker rät allen Betroffenen jedoch vor allem dazu, selbst so viel wie möglich für gesunden Schlaf zu tun. "Das heißt: kein Lärm oder Licht im Schlafzimmer, kein Koffein nach 16 Uhr, kein Alkohol vor dem Zubettgehen — außerdem ist es wichtig, genug Schlaf abzukriegen, denn Schlafentzug kann die Störung verschlimmern", erklärte er. "Therapien oder Antidepressiva können auch helfen, vor allem dann, wenn Stress als Hauptursache festgestellt wurde."

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