Yoga für alle oder: Die Freude an der „Nicht-Perfektion“

Vor vielen Jahren begann ich mit meiner eigenen Yogapraxis - nur aus einem Grund: Ich hatte fürchterliche Rückenschmerzen. Yoga half und außerdem merkte ich schnell, dass neben der schwindenden Schmerzen noch etwas mit mir passierte: Es stellte sich eine Art von entspannter Zentriertheit ein, ganz tief in mir drin. Es freut mich sehr, zu sehen, dass heute in Berlin und weltweit Yoga eine Bewegung geworden ist und Millionen von Menschen daraus ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden ziehen.

Yoga praktizieren kann man immer und überall - und vor allem in jedem Alter (Bild: thinkstock)
Yoga praktizieren kann man immer und überall - und vor allem in jedem Alter (Bild: thinkstock)

Wenn ich mit Menschen spreche, die Yoga noch nie probiert haben oder das für sich selber kategorisch ablehnen würden, höre ich immer wieder die gleichen Argumente: „Oh, ich bin nicht beweglich genug fürs Yoga. Das ist was für junge und sportliche Menschen.“ Das dem gar nicht so ist, beweist die Tatsache, dass in Indien und auch hierzulande immer öfter Menschen bis ins hohe Alter Yoga praktizieren und dabei oder deshalb quietschfidel sind. Ist dies nicht ein wunderschönes Foto von einer älteren Yogini im Park?

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Auf meiner DVD „Yoga Everyday“ habe ich bewusst Yoga Asanas verwendet, die alle Menschen ausführen können. Zum Beispiel findest Du an Tag 2 fast ausschließlich Drehhaltungen, die für Anfänger und Neueinsteiger bestens geeignet sind. Diese halten die Wirbelsäule beweglich und verbessern schon nach wenigen Wochen der Übung entscheidend Deinen Energielevel. Gleichzeitig haben Drehhaltungen auch den Effekt, dass sie „Agni“, das Verdauungsfeuer stimulieren und auf alle innere Organe stimulierend wirken.

Ich bin im Yoga und generell ein Mensch, der gerne Neues probiert. Die meisten von uns halten sich aber selber zurück, weil sie zum Beispiel keinen „Fehler“ machen wollen oder nicht „scheitern“ wollen. Schon unser Schulsystem basiert ja auf dem Lob von oft sehr eng vorgegebener „Leistung“ und dem Prinzip der Bestrafung für „falsche Lösungen“. Wenn Du als Kind dann noch erlebt hast, wie dieses Prinzip in Deiner Erziehung weitergeführt wurde, ist es später schwer, bewusst das „Risiko“ des Scheiterns einzugehen. Ein Freund erzählte mir neulich, dass seine Kinder jeden Abend mindestens eine Sache erzählen sollen, an der sie gescheitert sind. Dafür bekommen sie Anerkennung.

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Also: Wenn Du nicht schon Yogi(ni) bist, aber es immer mal gerne probieren wolltest, dann ist jetzt die Zeit. Suche Dir einen Lehrer oder besorge Dir eine DVD für zu Hause oder nutze Angebote aus dem Internet. Und dann nichts wie ab auf eine Matte und einfach loslegen. Und so, wie Du heute, hier und jetzt die Übungen machst, sind sie perfekt. Ohne wenn und aber. Yoga ist bewusst „nicht vergleichend“ und es kommt nicht darauf an, ob Du jemals in Deinem Leben auf dem Kopf stehen wirst. Sondern es kommt darauf an, ob Dir Yoga gut tut und was es mit Dir macht.

Schon Winston Churchill sagte: „Perfektion ist Lähmung“. Dem stimme ich zu. Und wünsche Dir für Dein Leben viele Experimente, Neuanfänge und dass Du Dich einfach traust. Mir hilft Yoga dabei.

Alles Liebe
Ursula Karven

PS: Hier geht es zu meiner Website www.ursulakarven.de