Boris Becker hinter Gittern: Droht nach der Haft die Abschiebung?

Vor einer Woche musste Boris Becker (54) den schwersten Gang seines Lebens antreten. In Southwark Crown Court in London wurde der dreifache Wimbledonsieger zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte bei seiner Privatinsolvenz unter anderem Vermögenswerte beiseite geschafft und anschließend wenig Einsicht und Reue gezeigt — so die Ansicht der Richterin Deborah Taylor. Der einstige Sportstar wurde sofort ins Gefängnis gebracht.

Wem der erste Anruf galt

Dort sitzt er jetzt seit einer Woche. Es wird angenommen, dass er wohl die Hälfte der Strafe wird absitzen müssen. Vorbei sind die Zeiten des Jetset-Lebens mit TV-Auftritten in aller Welt. Hier hat der Star laut 'Bild'-Informationen gerade einmal 30 Minuten Freigang pro Tag, darf seine Zelle ausschließlich zu vorgegebenen Zeiten verlassen. Das Blatt meldet, dass der Sportler wohl zurzeit noch allein in seiner Zelle ist, bald aber Gesellschaft in Form eines so genannten 'Listeners' bekommt, ein älterer, erfahrener Gefangener, der zuhören und den Alltag ein wenig erleichtern kann. Zwei Mal in der Woche wird geduscht, zu essen gibt es wohl eher kleinere Portionen. Weiter will 'Bild' erfahren haben, dass sein erster Anruf seiner Partnerin Lilian de Carvalho Monteiro galt, die auch während des Prozesses nicht von seiner Seite gewichen war.

Muss Boris Becker Großbritannien verlassen?

Es war auch Lilian, die Boris Becker als erste Person am Donnerstag (5. Mai) im Knast besuchte. Sie wurde von Paparazzi mit einer vollen Sporttasche fotografiert, wie sie sich auf den Weg ins Gefängnis machte. Offenbar will sie auch weiter zu ihrem Freund halten — diese Gewissheit dürfte der Tennis-Legende beim Absitzen seiner Strafe etwas mehr Halt geben. Sorgen muss sich der einstige Spitzensportler aber mittlerweile über etwas anderes machen.

Am Freitag berichteten die britischen Medien übereinstimmend, dass es keinesfalls klar sei, ob der Häftling im Land bleiben darf. Das britische Gesetz erlaubt es den Behörden nämlich, Ausländer nach Verbüßen ihrer Strafe abzuschieben, wenn sie zu einer Haftstrafe von mehr als 12 Monaten verurteilt werden und es im "Interesse der Öffentlichkeit ist". Obwohl Boris schon seit zehn Jahren seinen Wohnsitz in London hat, hat er noch immer die deutsche Staatsbürgerschaft. Wie der 'Guardian' berichtet, hat das Innenministerium bereits bestätigt, dass man sich seinen Fall zumindest anschauen werde und eventuell sogar einen Präzedenzfall für die Zeit nach dem Brexit schaffen könnte. Die traurige Geschichte um Boris Becker ist also noch lange nicht zu Ende.

Bild: Daniel Bockwoldt/picture-alliance/Cover Images

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