Box-Champion Herring: Emotionale Worte zu toter Tochter und Irak-Einsätzen

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Jamel Herring gewann im Mai den Titel im Super-Federgewicht der WBO. In einem Interview mit der englischen DailyMail sprach er über den plötzlichen Tod seiner Tochter und seine Vergangenheit als Soldat im Irak.

Jamel Herring hat eine bewegende Geschichte hinter sich. (Bild: Getty Images)

“Ich dachte die ganze Welt wäre gegen mich. Ich fragte mich, warum das alles ausgerechnet mir passieren würde. Was hatte ich getan, um das alles zu verdienen? Ich bin einen höllischen langen Weg gegangen”, sagte Herring.

Zwischen 2004 und 2009 verlor der heutige Box-Champion seine zwei Monate alte Tochter, seinen besten Freund und erlebte hautnah den Schrecken des Kriegs im Irak: “Ich fühlte mich, als ob mir alles weggenommen werden würde.”

Jamel Herring verlor Freund und Mentor Stephen Brown

2004 sollte Herring in den Irak versetzt werden, als sein Freund Stephen Brown den Kampf gegen den Krebs verlor. “Das war zum ersten Mal, dass ich wirklichen Schmerz gespürt habe”, erinnerte sich Herring: “Er war wie ein großer Bruder für mich.” Seinen ersten Sohn sollte Herring später nach Brown benennen.

Dieser hatte Herring zum Boxen gebracht und ihn für das Militär begeistert. Wenige Monate nach dem Tod seines Freundes ging es in den Krieg: “Ich war erst 19. Ich konnte damit überhaupt nicht umgehen. Ich kümmerte mich nicht mehr darum, zu überleben.”

Tochter fällt dem plötzlichen Kindstod zum Opfer

Herring, heute 33, durchlebte schwere Monate. “Ich hatte immer Angst vor Scharfschützen. Das war das Schlimmste.” Einer seiner Vorgesetzten starb, kurz nachdem er Vater geworden war: “Ich erwartete damals selbst ein Kind. Das war sehr hart.”

Der Boxer erlebte 2009 die Geburt seiner Tochter, musste allerdings mitansehen, wie sie ihm wieder entrissen wurde. Ariyanah wurde Opfer des plötzlichen Kindstods: “Ich werde die Schreie ihrer Mutter nie vergessen. Als der Doktor uns sagte, dass wir sie verloren hatten... das war der härteste Moment meines Lebens.”

Jamel Herring boxte sich an die Spitze - 2019 der Triumph

Für drei Monate habe Herring nicht gesprochen: “Ich war wieder zurück an dem dunklen Ort. Das Leben ist einfach nicht fair.” Doch Herring arbeitete hart. 2012 wurde er Box-Profi und marschierte auch bei Niederlagen vorwärts.

Vor wenigen Monaten dann der große Moment: “Ich hatte meiner Tochter versprochen, dass ich eines Tages Champion werde.” Am 25. Mai besiegte er Masayuki Ito - gegen die Quote, vor den Augen seiner Ex-Militäreinheit. Im November steht der nächste Kampf an.

Am 9. November trifft Jamel Herring auf Lamont Roach Jr.

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